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Papier, Pappe, Stoffpartikel

Hartmann-Ausstellung in der Torhaus-Galerie Papier, Pappe, Stoffpartikel

Die Ausstellung „Die Leichtigkeit des Seins“ ist am Freitag in der Torhaus-Galerie in Göttingen eröffnet worden. Bis zum 18. September wird eine Auswahl an Acryl-Malereien und Skulpturen der Göttinger Künstlerin Christa Hartmann gezeigt.

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Quelle: Stephan Beuermann

Die Farbigkeit fällt sofort ins Auge. Sonniges Gelb, präsentes Pink, feuriges Rot, tiefschwarze Flächen, weiße Regionen. Licht und Schatten, Brüche und Kontraste.

Die weibliche Gestalt erhält durch ein pinkfarbenes Gewölk eine tänzerische Anmutung. Doch ein Stock stützt den Körper, der eine leichtfüßige Bewegung nicht zulässt. Auf einem anderen Bild, das ebenfalls den Titel „Leichtigkeit des Seins“ trägt, scheint korrespondierend dazu das Gelb auf einer schwarzen Körpersilhouette fast zu explodieren. Und auf einer anderen Leinwand sitzen zwei Gestalten auf hohen schmalen Stelen in einem weiten Raum. Vor sich einen gelben Kreis, der allerdings unvollkommen bleibt. Harmonie wandelt sich in Spannung.

Info

Die Ausstellung in der Torhaus-Galerie am Stadtfriedhof in Göttingen, Kasseler Landstraße 1, ist Freitag bis Sonntag von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Ein Konzert „take two“ mit den Jazzpianisten Joe Pentzlin und Gregor Kilian gibt es am Sonntag, 4. September, um 17 Uhr (Kartenvorverkauf unter Telefon 0551/400-5216).

Christa Hartmann mache es dem Betrachter „nicht leicht mit diesem Sein im leichten Sinn, weil sie eben keine handlichen Motive komponiert, die sich unmittelbar in einem realistischen Bezugssystem verorten lassen,sondern diese abstrakten Bilderzählungen mit ihren Unruheherden, die nicht an vertrauten Formen und ihrer Bedeutung festhalten“, erläuterte die Göttinger Kulturjournalistin Tina Fibiger in ihrer Eröffnungsrede.

Das Gefühl der Unbeschwertheit bedeute oft auch, sich auf schwer Berechenbares einzulassen. Und Leichtigkeit meine auch, sich von unnötigem Ballast zu befreien. Diesen ständigen Balanceakt spreche Hartmann bereits im Titelmotiv der Ausstellung an, so Fibiger. „Lieben, Leben, Loslassen“ sei eines der zentralen Themen der Künstlerin, mit dem sie Kategorisierungen und eindeutigen Bedeutungszusammenhängen widerspreche.

Dabei gehe es auch darum, sich von den Zutaten einer Bilderzählung inspirieren zu lassen, etwa wenn ein Gitternetz den Farbfluss binde oder ein Stück Metall seine Metamorphose als Wurzelwerk erfahre. Hartmann komponiere gern mit unterschiedlichen Materialien. Haptische Zutaten wie Papier, Pappe und Stoffpartikel setzt sie mit Acrylfarben in Beziehung.

Die ausgebildete Goldschmiedin lässt sich darüber hinaus auch auf dem Schrottplatz inspirieren, nutzt die funktionalen Formen von Kühlaggregaten, Rohren und Gestängen. So sind neben den Bildern, die Collageelemente enthalten oder eine stoffliche Anmutung durch Metallreste erfahren, auch Skulpturen in der Ausstellung zu sehen, die der materiellen Schwere des Materials eine neue Leichtigkeit verleihen. Hartmann ist seit zehn Jahren in der Orangerie des Alten Botanischen Garten der Universität Göttingen mit einer jährlichen Schau präsent.

Von Karola Hoffmann

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