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Budde und der Raum

Ausstellung im Künstlerhaus Budde und der Raum

Grell rot leuchtet der Vorhang, der die Mauerbögen in den oberen Galerieräumen des Göttinger Künstlerhauses abdeckt. Er zieht sich quer von Wand zu Wand und ist Teil der Ausstellung „Resonanzräume“ von Reinhold Budde. Der schwere Stoff ist nur einer von mehreren Eingriffen Buddes, die die Wirkung der Räume verändern.

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Ein schwerer roter Vorhang verändert den Galerieraum.

Quelle: Heller

Göttingen. Budde orientiert sich am klassischen künstlerischen Kanon der Mittel. Er zeigt Wandbilder und Objekte, die von der Wand ein wenig in den Raum hineinragen. Allerdings transportiert Budde keine Geschichten, sondern nur die Idee eines Bildes. Die meisten Bildträger sind monochrom lackiert, Pinselspuren gibt es nicht, die Flächen spiegeln.
Auch Aluminiumprofile hat Budde mit monochromen Lackschichten überzogen und an die Wand gehängt. Im Hauptraum hat er Metallstützen vom Fußboden bis zur Decke eingezogen und somit eine Art Wandelgang abgetrennt. All dies gliedert Wände und Räume, greift ein in Architektur, lässt die Ausstellungsflächen neu entdecken.

Geöffnet

Bis Sonntag, 12. Juni dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 16 Uhr im Künstlerhaus, Gotmarstraße 1 in Göttingen. Die Finisage am 12. Juni beginnt um 16 Uhr.

Budde arbeitet sehr präzise. Die Lackflächen sind makellos, egal, ob auf Wandborden, Bildtafeln oder dreidimensionalen Wandobjekten. Und er beschäftigt sich intensiv mit Räumen und den Möglichkeiten, ihre Wirkung zu beeinflussen, sie zu verändern. Das wird dokumentarisch im allerletzten Raum der Ausstellung deutlich. Dort ist versammelt, was sonst meist im Eingangsbereich zu sehen ist: Kataloge früherer Budde-Ausstellungen und Abbildungen von Budde-Werken an anderen Orten. Auch der rote Vorhang, Budde nennt ihn Bühnenmolton, war bereits in Verwendung . Den Raum hinter einem Schaufenster teilt er diagonal. Konsequenz und Gefühl für Raum zeichnen Budde aus.

Leben und Werk

Reinhold Budde ist 1950 in Cloppenburg geboren. Nach einer Lehre zum Schriftsetzer lernte er Fotosatz und Layouttechnik, bevor er 1974 ein Design-Studium in Hamburg begann. Seit 1985 arbeitet er freiberuflich als Designer und Künstler. 1997 wurde ihm ein Stipendium in Schloss Neuhaus in Salzburg zugesprochen. Weitere Stipendien in Kasterlee, Belgien und im Künstlerhaus am Lenbachplatz in München folgten. Budde lebt in Bremen, wo er mehrfach ausgestellt hat, unter anderem im Künstlerhaus Friesenstraße, in der Galerie des Westens und im Gerhard-Marcks-Haus. An diversen großen Ausstellungen war er beteiligt, unter anderem im Museum Kunstpalast in Düsseldorf.

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