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Zwischen Wissenschaft und Kunst

Ausstellung im Apex Zwischen Wissenschaft und Kunst

„in between“ ist der Titel der Ausstellung mit Computergrafiken, Skulpturen und Fotografien von Ludwig Kolb, die derzeit im Apex läuft. Die Ausstellung mit Werkproben (1985-2012) ist eine Hommage an den 2013 an Lungenkrebs gestorbenen Künstler.

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Glanz und Plastizität: Kunst von Ludwig Kolb.         

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Die Werke zeigen die künstlerische Entwicklung Kolbs deutlich. In seinen Skulpturen ist er noch ganz der Darstellung vegetativer Formen verpflichtet, ein bisschen archaisch anmutend, durchaus verspielt, humorvoll und mit einem Hauch Pop Art auch Ausdruck ihrer Zeit.

Und dann der Schwenk: Abstrakte Naturimpressionen wie auch wissenschaftliche Darstellungen scheinen Basis für sein Schaffen zu sein. Grafisch verfremdet, in knalligen Farben beginnt er mit diesen Formen zu spielen in seinen Computergrafiken „Lines of Nature und structures“.

Zwei Wegbegleiter begrüßte Annette Paulsen-Kolb zur Eröffnung, die in die Schau einführten. Moritz Bormann, durch den Kolb zur Kunst gefunden hat, konkret zu dessen Kontaktkunst der 70er- und 80er-Jahre, die auf Straßen und Plätze ging, um gemeinsam mit Menschen Kunst zu schaffen. Nach einem Studium an der Kunsthochschule Braunschweig kam Kolb nach Göttingen. Ab 1983 arbeitete er am Max-Planck-Institut (MPI) für Experimentelle Medizin als Grafiker.

Termine

Die Ausstellung wird bis zum 27. August in der Galerie Apex, Burgstraße 46, in Göttingen gezeigt.

Als weiterer Wegbegleiter und Freund lässt Prof. Nils Brose, geschäftsführender Direktor des MPI, in den Entstehungsprozess der gezeigten Computergrafiken schauen. Die klassische Aufgabe für Kolb bei seiner Arbeit am Institut sei gewesen, „komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge grafisch so darzustellen, dass sie ästhetisch anspruchsvoll gestaltet sind, aber nicht unzulässig vereinfacht werden“. Zudem habe Kolb auch das Interesse gehabt an den wissenschaftlichen Zusammenhängen, „die man erkennen muss, damit das Produkt – oder Werk – auch Sinn ergibt“, so Brose.

Und so können die Ausstellungsbesucher eintauchen in eine Welt zwischen Wissenschaft und Kunst. In einer Serie großformatiger schwarz-weißer Computergrafiken verdichtet sich das zugrundeliegende Prinzip. „Es entsteht ein unentwirrbares Ganzes, erreicht einen Höhepunkt, aus dem immer wieder neue Zusammenhänge entstehen können“, so Paulsen-Kolb.

Die Grafiken zeigen ineinander verschlungene Formen und Segmente, die an metallene Elemente denken lassen, denen Lichtpunkte Glanz und Plastizität verleihen. Und je weiter man sich davon entfernt, desto schärfer und plastischer nehmen die Formen Struktur an.

Wissenschaftliche Fragestellungen trieben Kolb an, und er integrierte den Formenreichtum menschlicher Gehirnzellen in seine künstlerischen Arbeiten. „Wer sind wir? Manager unseres Schicksals oder Spielbälle der Natur?“ Solchen Fragen habe sich der kreative Querdenker immer wieder gestellt.

In diesem Kontext stehen auch die heiter anmutenden, in leichten Pastellfarben gehaltenen Kreise seines Werkes „Pob 1“. Man kann sie als Repräsentation einander entgegengesetzter und dennoch polar aufeinander bezogener Kräfte ansehen. Man kann aber auch einfach nur den angeregten Blick spielerisch und schwelgend über die Kreise gleiten lassen. Die Farben, Formen und Klarheit in der Darstellung genießend.

Von Karola Hoffmann

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