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Irmschers Nicht-Orte

Ausstellung im Künstlerhaus Irmschers Nicht-Orte

Die Ausstellungsreihe „Kunstsequenzen“ im Künstlerhaus Göttingen widmet sich in diesem Jahr Künstlern aus der Region, die sich mit künstlerischer Fotografie beschäftigen. Am Donnerstagabend wurde die Reihe mit einer Ausstellung von Christel Irmscher eröffnet. „Irgendwo im Nirgendwo“ heißt die Schau.

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Die Motive reichen von ursprünglich bis abstrakt.

Quelle: Heller

Göttingen. Der Titel der Ausstellung spielt auf die Konstruktion von „Nicht-Orten“ an, die Irmscher an ihrem Computer erschafft. Diese „Nicht-Orte“ sind Straßen, übermalt mit Farblinien; Räume mit Fußböden aus Gras und Blättern, durch die sich überdimensionale Mikado-Stäbchen ziehen oder schwarze Hintergründe mit bunten Netzgebilden, die der ehemalige Braunschweiger Kunstprofessor Siegfried Lang bei seiner Eröffnungsrede als „Science-Fiction-Bilder“ betitelt. In der Tat wirkt es allerdings eher so, als habe sich ein Kindergartenkind an dem Computermalprogramm Paint ausprobiert.

Ursprünglich bis abstrakt

Grundlage Irmschers neu erschaffener Räume bilden Fotografien von Interieurs, Landschaften oder Straßen, die sie am Bildschirm so abstrahiert und bearbeitet, dass meist kaum noch etwas vom Ursprungsort zu sehen ist. Einige der Werke lassen eine Assoziation zu einem ursprünglichen Bildmotiv zu, andere sind so stark bearbeitet, dass sie eher an ein abstraktes Gemälde erinnern. Ein Bild zeigt eine Glühbirne wie eine verwischte Momentaufnahme und erinnert damit stark an die unscharfen Gemälde Gerhard Richters.

Wie aus einem kitschigen Schrebergarten entflohen, steht mittig des Raumes eine goldene Plastikgans, die auf einem Baumstamm thront. Lang erklärt sie mit der Vorliebe Irmschers für die Märchen der Brüder Grimm, die sie öfter als Motiv für ihre Kunst nutze.

Den dritten Schwerpunkt der Ausstellung bilden vier Porträts einer blonden jungen Frau, die etwas merkwürdig unterhalb der Decke und zwischen den Säulen des Raumes positioniert sind. In Pop-Art-Manier trägt die Frau immer unterschiedlich mit Farbe bekleckste Sonnenbrillen.

Lang, der bei seiner Eröffnungsrede mittlerweile in eine hochphilosophische Rede übergegangen ist, beschreibt die Ausstellungsreihe als „Diskurs über die neuen Möglichkeiten der Fotografie“. Dass eine Fotografie den Ursprung der jeweiligen Arbeit bildet, ist allerdings nur in wenigen Fällen nachvollziehbar.

Nichts als Glaube bleibt

Zur „minimalistischen Inszenierung“ gehöre dabei auch die Tatsache, dass es keine Betitelungen gebe – was die Verortung noch mehr erschwert. So bleibt dem Betrachter nichts anderes übrig, als zu glauben, dass die Werke tatsächliche regionale Fotografien zeigen.

Die Ausstellung „Irgendwo im Nirgendwo“ ist noch bis zum Sonntag, 24. April, im Weißen Saal des Künstlerhauses, Gotmarstraße 1, zu sehen. Geöffnet ist sie dienstags bis freitags von 16 Uhr bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 Uhr bis 16 Uhr. Die Kunstsequenzen werden mit der Ausstellung „in2“ von Ralph Hormes fortgesetzt. Sie wird am Donnerstag, 28. April, um 19 Uhr eröffnet.

Von Tomke Aljets

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