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Frage nach der Realität

Ausstellung von Atelierhaus-Künstlern Frage nach der Realität

„Realität“ heißt eine Ausstellung von 21 Künstlern aus dem Atelierhaus am Hagenweg, die jetzt in Räumen des benachbarten Kulturzentrums Musa eröffnet wurde. Der Begriff Realität hat die beteiligten Künstler zu ganz unterschiedlichen Arbeiten, Gedanken und Aussagen animiert.

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Bianca Methe: "Gefährdetes Leben".

Quelle: Heller

Göttingen. „Die Frage nach der Realität im Zeitalter der absoluten Digitalisierung wird schwierig zu beantworten sein. Es ist nicht mehr klar, was Original, was Plan, was Produkt ist. Der Prozess der Verpixelung bestimmt unser ganzes Denken.“

Realität neu erkunden

Auf den Wandel im Kunstverständnis verweist Erhart Schröter bei der Begrüßung der mehr als 100 Besucher zur 15. Jahresausstellung der Atelierhausgruppe. Bei den gezeigten Werken gehe es auch um den Versuch, die Realität neu zu erkunden mit heutigen Mitteln und ästhetischen Bilder-Folgen.

Collage, Malerei, Fotografie, Installation, Objekte: Das Spektrum der künstlerischen Arbeiten ist vielfältig. Zur Wirkung der Präsentation trägt auch die wohl überlegte Auswahl, Hängung und Platzierung durch Ute Gruenwald und Tamara Wahby bei.

Der Themenkomplex Krieg, Terror, Flucht ist gleich mehrfach in der Ausstellung zu finden, eine sehr gegenwärtige Facette aktueller Realität. So markiert eine martialische Plastik von Manfred Pilz mit dem Titel „Tulpen“ den eklatanten Widerspruch einer brutalen Kriegsrealität.

Zerstörung, Krieg, Traumata

Real erlebte Erfahrungen verwandelt Helga Wilson-Lühmann in ihrer sehr differenzierten Zeichnung „Lisboa Blues“ in Gefühle und schafft damit Erinnerungsbilder der Trauer um die Opfer des Pariser Attentats. Und Conny Hiller, die die Flüchtlingswohnanlage am Nonnenstieg mit aufgebaut hat, lässt die Zerstörung durch Krieg, Verzweiflung, Trauer und Traumata in zwei überzeichneten Aquarellen auf den Betrachter wirken.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 17. April, täglich von 15 bis 18 Uhr, Donnerstag von 15 bis 20 Uhr in der Musa, Hagenweg 2a, zu sehen.

Der Überlagerung und Vielschichtigkeit der Wirklichkeit nähert sich Uschi Buchhorn in ihrer Bilderfolge „Geschichtete Räume“ aus digital bearbeiteten Fotografien. „Vermessung meiner Realität“ heißen zwei grafische Zeichnungen mit abstrakten Konstruktionen von Hilke Kumpmann.

Mit einem Augenzwinkern lässt die Künstlerin die Besucherrunde wissen: „Es kommt nichts raus dabei.“ Sehr farbintensiv sind zwei großformatige Kompositionen „Spuren der Vergangenheit“ von Edda Reeh.

„Nicht ohne meine Wurzeln“

Eine große Rauminstallation mit Müllsäcken als Bildträger von Bianca Methe lädt die Besucher zum Mitmachen und zu eigenen Empfindungen ein. Die serielle Reihung stellt immer wieder die gleiche Frage: „Können wir Leben schützen?“ Angeregt durch ein Wurzelholz und ihre langjährige „Arbeit mit behinderten Kindern, die nicht der Norm entsprechen“, hat Inge Böhmer eine eigenwillige Figur geschaffen, die sich an Oskar aus Günter Grass᾽ „Blechtrommel“ orientiert.

„Nicht ohne meine Wurzeln“ titelt das bemerkenswerte Bild von Victor Diaz. Als aus Kolumbien stammender Migrant sucht er mit einer lebenden Pflanze sehr anschaulich nach den Wurzeln seiner Heimat.

Von Karola Hoffmann

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