Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Ausstellung von Ewa Kutylak in der Göttinger Galerie Art Supplement

Botschaften aus einer anderen Zeit Ausstellung von Ewa Kutylak in der Göttinger Galerie Art Supplement

Die Gestalten in Ewa Kutylaks Radierungen gehören einer anderen Zeit an. Die 1975 geborene Polin porträtiert Figuren wie den Heiligen Georg, Sisyphos, Orpheus – widmet sich der mittelalterlichen Literatur und der griechischen und biblischen Mythologie.

Voriger Artikel
Premiere: „Büchner, Wissen, Macht, Kunst“ im Jungen Theater Göttingen
Nächster Artikel
Uraufführung von „Lucky Happiness. Golden Express“ im Staatstheater Kassel

Radierung von Ewa Kutylak.

Quelle: Heller

Göttingen. Oft taucht auch das Motiv des Traums auf. Eine Auswahl der Radierungen zeigt nun die Galerie Art Supplement. Kutylak hat die gehängten Werke selber ausgewählt.

Es ist eine zivilisationsferne Welt, in die sie abtaucht – ohne dabei kitschig zu werden. Dass die mythischen Figuren und Stoffe Weisheiten enthalten, die der Mensch der Gegenwart vergessen hat oder zu vergessen droht: Darum geht es Kutylak wohl. Vielleicht auch darum, an einen Raum jenseits der durchrationalisierten Gegenwart zu erinnern.

Die meisten der Radierungen, die die Ausstellung zeigt, sind Hochformate: eine Anleihe an die gotische Malerei, aber nur eine von vielen. Bogen oder Dächer rahmen häufig die Gestalten, die Komposition ist oft um die Mittelachse herum organisiert.

Symbole (wie Hund oder Vogel) begegnen dem Betrachter immer wieder, und auch die schmalen Körper und Ausblicke in der Landschaft wirken oft vertraut. Auch auf der formalen Ebene wendet sich Kutylak also dem Mittelalter zu.

Auf der Akademie der Bildenden Künste in Breslau hat sie studiert. In verschiedenen europäischen Ländern waren ihre Werke bereits ausgestellt. Zeichnungen und Digitalgraphik sind weitere Schwerpunkte ihrer Arbeiten. Und von der Zeichnung her scheinen auch viele Radierungen der Göttinger Ausstellung zu kommen. 

Galerist Jan-Jacek Sobecki ist auf die Werke bei einem seiner Besuche in Polen gestoßen. In einem Café entdeckte er einige von ihnen, daraufhin hat er die Künstlerin ausfindig gemacht, nach Deutschland und in seine Galerie eingeladen. Eine gute Entscheidung. In der nächsten Zeit soll Kutylak öfter in dem neuen Ausstellungsraum zu sehen sein. Hoffentlich.

Von Telse Wenzel

Bis Sonntag, 6. Oktober, montags bis freitags von 10 bis 12 und 15 bis 18 und sonntags von 11 bis 13 Uhr in der Galerie Art Supplement, Burgstraße 37a.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag