Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Friedrich Ani bei Hugendubel

Lesung Friedrich Ani liest bei Hugendubel in Göttingen Friedrich Ani bei Hugendubel

„Lustig wird’s nicht. Das sage ich Ihnen gleich.“ Friedrich Ani hat die Besucher seiner Lesung in der Buchhandlung Hugendubel gewarnt. Sein Kriminalroman „Nackter Mann, der brennt“ ist allerdings auch keine leichte Kost.  Es geht um blutige Rache. Sehr launig wurde dann aber das Gespräch mit dem Autor.

Voriger Artikel
Deutschstämmige Juden in Israel
Nächster Artikel
Annisokay sorgt für Gänsehaut

Launiger Erzähler: der Schriftsteller Friedrich Ani.        

Quelle: Wenzel

Nackter Mann, der brennt

Göttingen. Friedrich Ani: „Nackter Mann, der brennt“, Suhrkamp, 223 Seiten, 20 Euro.

Ani ist bekannt geworden mit seiner Krimireihe um den Ermittler Süden. Der spielt in Anis jüngstem Werk keine Rolle. In „Nackter Mann, der brennt“ heißt der Protagonist Ludwig »Luggi« Dragomir. Der kommt nach Jahren in sein Heimatdorf Heiligsdorf zurück, das er im Alter von 14 Jahren verlassen hatte – auf der Flucht vor den Honoratioren, die Kinder missbrauchten und töteten. Jetzt will Dragomir Vergeltung. Das allerdings erschloss sich während Anis Lesung kaum. Klar wurde: düster und brutal geht es in der Geschichte zu. Noch klarer wurde anschließend in Anis Gespräch mit dem Publikum: Der Schriftsteller kann sehr launig und unterhaltsam erzählen.

Das Buch sei ein „Stand alone, wie man in Bayern sagt“, erklärte Ani, eine Einzelgeschichte also, der kein weiterer Teil folgt. Früher habe er in der Redaktion einer Lokalzeitung gearbeitet. Dort habe er erfahren, dass er immer etwas schreiben könne: „Ich kann auf der Glatze Locken drehen.“

Die Enden seiner Bücher seien meistens sehr offen, sagte Ani, der auch schon einige Drehbücher für „Tatort“-Folgen aus München verfasst hat. Ein Grund zu schreiben sei, „dass Figuren sich entwickeln, mich überraschen“, erklärte er. Und: „Gelernt habe ich, Figuren haben immer Recht.“

Ani erzählte auch von einem exzessiven Leben, dass er früher geführt habe. Häufig sei er in einem seltsamen Zustand nach Hause gekommen. „Das merkt man den Büchern aber nicht an.“ Seinen Arbeitstag beschrieb er als extrem strukturiert. Von acht bis 15 Uhr sei er anwesend. Auch wenn der Ertrag nicht immer groß sei, sei das notwendig. Er dürfe nicht weglaufen. Ani: Irgendwas geht immer. Muss ja gehen. Ich sitze da ja nicht zum Spaß.“

Ein Lesungsgast brachte das Gespräch schließlich auf eine Biersorte mit dem Namen Lösch-Zwerg, die in dem Buch vorkomme und die er im Urlaub im Allgäu tatsächlich entdeckt habe. Ani bestätigte und erklärte gleich: „Ich liebe Bier, das einfach runterläuft, wo man nicht so mitdenken muss.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff