Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Düster, aber humorvoll

Krimi Düster, aber humorvoll

Im düsteren, vom Ersten Weltkrieg geprägten Wien des Jahres 1919 spielt der Krimi „Der zweite Reiter“ von Alex Beer, aus dem sie beim Mordsharz-Festival vorlesen wird. Protagonist ist der Ermittler August Emmerich, der wie ein Großteil der Bevölkerung Hunger leidet und versucht, die Schmerzen seiner Kriegsverletzung mit Heroin zu betäuben.

Voriger Artikel
Zwischen Glamour und Dada
Nächster Artikel
Lese-Kabarett mit Patrick Salmen

Harz. Emmerich müht sich ab, seine Lebensgefährtin und ihre zwei Kinder zu ernähren, bis plötzlich der totgeglaubte Ehemann und Vater auftaucht. Emmerich wird obdachlos. Gleichzeitig gilt es auch, zusammen mit dem Kollegen Winter einen Fall zu lösen. Denn zwei Tote, die anscheinend Selbstmord begangen haben, wecken Emmerichs kriminalistischen Instinkt und führen ihn auf die Spur eines selbst in dieser Zeit erschreckenden Verbrechens.

Zudem sorgt die Herkunft Winters aus der besseren Gesellschaft für Spannungen zwischen den beiden. Sie ermitteln in wohlhabenden Vierteln, in zweifelhaften Etablissements, in einem Obdachlosenasyl und sogar in der Kanalisation. Am Ende werden sie selbst zur Zielscheibe des Täters.

Mit feinem Humor

Die vorherrschende Ordnung wird während des Verlaufs der Geschichte durcheinandergebracht, denn wie einer der Charaktere sagt: „Manchmal sind die Guten in Wirklichkeit die Bösen und umgekehrt.“ Das Buch schildert auf authentische Weise eine Zeit, in der Elend und Hunger herrschen, Schmuggler aus der Armut der Menschen Profit ziehen und viele vom Auswandern in eine bessere Welt träumen. Neben den Erlebnissen Emmerichs erzählt Beer auch von Prostituierten, die sich Geld für eine Reise nach Südamerika verdienen wollen und von Kriegsveteranen, die sich mit der Schuld, die sie als Soldaten auf sich geladen haben, konfrontiert sehen. Trotz der Schwere schafft die Autorin es, das Buch mit einem feinen Humor zu durchziehen.

Beer liest in Wernigerode

„Der zweite Reiter“ ist nicht ihr erstes Buch, allerdings das erste unter diesem Pseudonym. Die österreichische Autorin studierte Archäologie, zog dann aber nach New York, um dort im Verlagswesen zu arbeiten. Inzwischen lebt sie wieder in Wien, wo sie seit dem Jahr 2008 Kriminalromane schreibt. Sie wird am Freitag, 15. September, um 18 Uhr in der Remise in Wernigerode zu Gast sein und aus ihrem Buch lesen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag