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Autorinnen Köhler und Vekemans im Gespräch

Autorenlesung Autorinnen Köhler und Vekemans im Gespräch

Passend zu Beginn und Motto der Frankfurter Buchmesse ,  „Dies ist, was wir teilen“,  haben die niederländische Autorin Lot Vekemans und die deutsche Autorin Karin Köhler am Montag über das, was sie und ihre Heimatländer eint im Literarischen Zentrum gesprochen.

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Die Autorinnen Karen Köhler und Lot Vekemans waren zu Gast im Literarischen Zentrum Göttingen.

Quelle: SPF

Göttingen.  Da wäre zum Beispiel, dass sie eigentlich beide etwas anderes taten, bevor sie schrieben.  Vekemans studierte zunächst Geographie, bevor sie eine erfolgreiche Theaterautorin wurde,  und Köhler war lange Jahre als Schauspielerin tätig. Nun liegen ihre Prosadebüts vor: "Ein Brautkleid aus Warschau" (Wallstein 2016) und "Wir haben Raketen geangelt" (Hanser 2014).

Kulturell gebe es zwischen den Niederlanden und Deutschland viele Gemeinsamkeiten so Vekemans, die ausgezeichnet Deutsch spricht. Durch die Rolle als Ehrengast bei der Frankfurter Buchmesse erhofften sich die niederländischen Autoren – wenig überraschend – ein größeres Publikum. Im Gespräch mit dem Journalisten Jan Drees entspann sich ein lebendiges Gespräch über ihre Texte,  den Literaturbetrieb und die Rolle als Autor in politisch unruhigen Zeiten.

Es gebe eine permanente Flut an Neuveröffentlichungen und neuen Autoren. Durch das Internet habe sich auch die Art wie Literatur entstehe stark verändert, so der Konsens. Wer genügend Follower habe, werde von Verlagen gezielt geworben, um etwas herauszubringen. Köhler  bezog dazu vehement Stellung: „ Ich will nicht der Betrieb sein. Ich will unabhängig bleiben und einfach altmodisch Geschichten erzählen.“ Drees‘ Frage, ob es Zeit für einen politisch engagierten Autor sei bejahte sie eindeutig. Theaterstücke seien ihr bevorzugtes Medium um sich mit der Flüchtlingsthematik, Rechtsextremismus und den Schwierigkeiten Europas auseinanderzusetzen.

Ihr Jugendstück „Deine Helden – Meine Träume“  ist als Klassenzimmerstück in der kommenden Spielzeit im Deutschen Theater Göttingen zu sehen. In ihrem gefeierten Prosadebüt experimentiert die Hamburgerin mit Erzählformen. So besteht die ihrem Erzählband titelgebende Erzählung aus nummerierten Prosaminiaturen, in denen die Erzählerin Krassiwaja ihrem toten Mann von gemeinsamen Erinnerungen erzählt. Ihre eigenwillige, metaphorische Sprache kreiert eine atmosphärisch aufgeladene Welt des Dazwischen, „den Kopf im Weltraum“ und die „Füße gerade noch am Boden“.

Vekemans Geschichte um die junge Polin Marlena kultiviert ebenfalls die Grauzone des Dazwischen, aber auf andere Weise. Ihre drei unterschiedlichen Erzählperspektiven zeigen eindrucksvoll, wie schicksalshaft das eigene Leben mit dem der anderen verwoben ist. Starke, heutige, literarische Stimmen.  Marie Varela

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