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Bachs Weihnachtsoratorium mit der Albani-Kantorei

Freudig gesungen Bachs Weihnachtsoratorium mit der Albani-Kantorei

Bachs Weihnachtsoratorium ist in diesem Jahr in Göttingen mehrfach zu hören. Den Anfang machte am Sonntag die Albani-Kantorei unter der Leitung von Arwed Henking in der ausverkauften Albanikirche mit den Kantaten 1 bis 3, dem ersten Teil des Oratoriums.

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Mit frischem Tempo: Albani Kantorei und das Collegium coll‘arco.

Quelle: Heller

Göttingen. Mit frischem Tempo ließ Henking seinen wohldisponierten Chor das eröffnende „Jauchzet, frohlocket“ als musikalischen Ausdruck der Weihnachtsfreude singen, überglänzt vom strahlend-festlichen Klang der Trompeten. Wie gründlich die Choristen vorbereitet waren, zeigte sich an dem Umstand, dass etliche von ihnen ihren Part auswendig sangen: Das erhöht die Intensität der musikalischen Aussage beträchtlich. Auch viele der Choräle waren den Sängerinnen und Sängern der Kantorei so vertraut, dass sie den    Blick in die Noten nicht nötig hatten.

Die vier Gesangssolisten haben einen gewichtigen Anteil an diesem Werk. Mit ihrem feinen, klaren Sopran zeichnete Patricia Grasse wunderschöne melodische Linien, die sie mit präzis-flinken, besonders freudig gesungenen Koloraturen schmückte. Weil Bach den Solosopran in diesem Oratorium etwas spärlich bedacht hat, hatte Henking nach der Sinfonia der zweiten Kantate die Sopranarie „Süßer Trost, mein Jesu kömmt“ aus der Kantate BWV 151 eingefügt: Die passte vorzüglich.

Den Evangelistenpart und die Tenor-Arien sang Sven Olaf Gerdes sehr zuverlässig und ausdrucksstark, nur hier und da mit etwas Mühe in den hohen Lagen. Einen ausgesprochen starken Bass steuerte Jochen Faulhammer bei, der seine Stimmkraft im Duett mit dem eher zarten Sopran allerdings ein wenig hätte zügeln sollen.

Das erweiterte Collegium coll’arco bot ein solides Orchesterfundament. Von den Instrumentalsolisten hervorgehoben seien die drei prächtig schmetternden Trompeten (Andreas Sichler, Mathias Schatz und Alessa Holzapfel) und die empfindsamen, stilsicheren Flötensoli von Gesine Schellenberg. Als Dank für den prasselnden Applaus hatte Henking eine kleine Überraschung parat: die weltliche Erstfassung des „Jauchzet, frohlocket“-Chores auf die Worte „Tönet, ihr Pauken, erschallet, Trompeten“.

Von Michael Schäfer

Die dritte Kantate des Weihnachtsoratorium ist noch einmal im Kantatengottesdienst am Donnerstag, 25. Dezember, um 11 Uhr in der Albanikirche zu hören.
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