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Bachs h-Moll Messe in St. Jacobi Göttingen

Auf dem „Mont Blanc der Musik” Bachs h-Moll Messe in St. Jacobi Göttingen

So kann es gehen: Das Konzert steht kurz bevor, da fällt  eine tragende Kraft aus. Altistin Ulrike Schneider hatte sich einen Tag zuvor krankgemeldet, berichtet Kantor Stefan Kordes. Glücklicherweise fand sich mit Karina Schönbeck Ersatz, und in der gut gefüllten Kirche von St. Jacobi geleiteten sie, Sopranistin Simone Schwark, Tenor Tobias Hunger und Bass Henryk Böhm, der Kammerchor St. Jacobi und das Barockorchester Antico Bremen die Zuhörer in den „Mont Blanc der Musik“.

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Mit viel Schwung: der Kammerchor St. Jacobi und das Barockorchester Antico Bremen.

Quelle: Heller

Göttingen. So nannte Franz Liszt die h-Moll Messe Johann Sebastian Bachs.

Über Jahrzehnte hat Bach an dieser Messe gearbeitet. Es sollte sein letztes großes vollendetes Werk werden. Nicht weniger als 27 Sätze umfasst diese Komposition, die eine beachtliche musikalische Bandbreite aufweist und zwischen Tragik, Verzweiflung und Jubel angesichts der Auferstehung Christi angesiedelt ist. 18 der 27 Sätze sind für vier bis achtstimmigen Chor geschrieben. Die Basis der Komposition bildet das vollständige Ordinarium des lateinischen Messetextes.

Nach einem getragenen, schwermütigen Beginn mit dem ersten Kyrie ist die Wirkung des Glorias mit Pauken und Trompeten umso beschwingter und freudiger, auch wenn den Trompeten an diesem Abend mehr Souveränität im Spiel zu wünschen gewesen wäre und  sie so an Strahlkraft einbüßen.

Vorfreude auf Weihnachten

Der Chor erweist sich diesem anspruchsvollen Werk gewachsen und begeistert auf weite Strecken durch eine ausgefeilte Dynamik, viel Schwung und eine gute Textverständlichkeit. Besonders mit „Et resurrexit“, das vom herrlich federnd und dynamisch spielenden Orchester trefflich begleitet wurde, brillierte der Chor und weckte die weihnachtliche Vorfreude, die für Bach-Fans nun einmal im Weihnachtsoratorium gipfelt.

Überzeugen konnten auch die Solisten des Abends, allen voran Simone Schwark. Manchmal fehlte es Henryk Böhm aber an Wucht und Kraft in den Basspartien. Die rund zweistündige Messe ging nahtlos über in das abendliche Glockengeläut, und die Zuhörer zeigten sich begeistert. Der Abend bot erhebende Ausblicke auf diesem Gipfel der Musik.

Von Marie Varela

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