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Bad Hersfelder Festspiele gefährdet

Stadtverordnete verweigern Geld für Begleichung des Defizits Bad Hersfelder Festspiele gefährdet

Eklat in Bad Hersfeld: Die Festspiele im kommenden Sommer vom 24. Juni bis zum 28. August sind akut gefährdet. Die Stadtverordnetenversammlung habe am Donnerstagabend völlig überraschend die Nachbewilligung von 175 000 Euro zur Begleichung des Defizits der vergangenen Spielzeit nicht genehmigt, teilte Bürgermeister Thomas Fehling (FDP) am Freitag in Bad Hersfeld mit.

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Kein Verständnis für die Entscheidung der Politiker: Intendant Dieter Wedel.

Quelle: dpa

Bad Hersfeld. Damit gebe es eine „faktische Haushaltssperre“ für die Festspiele. Der Kartenvorverkauf, der kommende Woche starten sollte, wurde abgesagt.

Konkret sei am Donnerstag eine Überprüfung der vorgelegten Zahlen durch das Rechnungsprüfungsamt gefordert worden, erklärte Fehling weiter. Wie lange diese Prüfung dauere, könne er nicht sagen. Danach könne erneut abgestimmt werden.

In der Sitzung sei auch von „Tricksereien“ die Rede gewesen, da viele Stadtverordnete die vorgelegten Zahlen nicht verstanden hätten, sagte Fehling. Federführend bei der Ablehnung seien die Fraktionen von SPD und Grünen gewesen. Momentan sehe er die Festspiele akut gefährdet, schloss Fehling.

Dieter Wedel, der für die Saison 2015 neu gewonnene Intendant der Festspiele, zeigte für die Entscheidung der Stadtverordneten kein Verständnis. Erst vor kurzem sei ihm von Vertretern von Grünen und SPD signalisiert worden, dass das Defizit, welches er selbst als sehr ärgerlich empfinde, eher „marginal“ sei, sagte er.

Sollte wirklich die Rede von „Tricksereien“ gewesen sein, betrachte er dies als eine persönliche Beleidigung. Offenbar seien in Bad Hersfeld grundlegende Dinge wie etwa Abschreibungen nicht bekannt und würden daher als Schieberei angesehen. Da man nicht wisse, über welchen Etat man nun verfüge – ursprünglich waren 6,5 Millionen Euro für 2016 vorgesehen – seien sämtliche Verhandlungen mit Schauspielern abgebrochen worden, sagte Wedel. Eventuell werde man nun gewünschte Schauspieler verlieren, warnte er. Auch über das geplante Programm könne er nichts sagen.

Wedel schloss sogar einen Rücktritt nicht völlig aus: „Ich war immer weg, wo es mir keinen Spaß mehr gemacht hat“, sagte er. Ursprünglich wollte Wedel das Programm für die kommende Saison am Freitag in Bad Hersfeld vorstellen. Die Festspiele hatten im vergangenen Sommer erstmals in einer Spielzeit mehr als drei Millionen Euro aus dem Kartenverkauf eingenommen. Die von Wedel eingeführten Neuerungen waren allgemein begrüßt worden.

epd

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