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Band Tito & Tarantula zu Gast im soziokulturellen Zentrum Musa in Göttingen

Hollywood ist ein Haifischbecken Band Tito & Tarantula zu Gast im soziokulturellen Zentrum Musa in Göttingen

Die Band Tito & Tarantula wurde durch den Kultfilm „From Dusk Till Dawn“ von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez weltbekannt. Mastermind Tito Larriva schreibt seit mehr als 30 Jahren Musik für das neue Hollywood und entwickelte dabei einen ganz eigenen Stil aus Elementen von Chicano-Punk, Spätsechziger-Rock, Tex-Mex-Musik und Blues.

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Mit seinen Musiker-Kollegen: Tito Larriva (links).

Quelle: Heine

Göttingen. Jetzt sind Tito & Tarantula auf Tournee – und zwar in der legendären Besetzung aus „From Dusk Till Dawn“. Am Sonntag, 30. August, gastiert die Band in der Musa, Hagenweg 2a in Göttingen. Vorab sprach der Mexikaner Tito Larriva in Hamburg über seine Hollywood-Erfahrungen.

Mr. Larriva, Ihr erfolgreiches Album Tarantism, das jetzt als Remaster neu aufgelegt wird, wurde von dem Kult-Regisseur Robert Rodriguez produziert. Wie kam es dazu?

Durch einen Zufall. Ich schrieb damals gerade die Musik zu Robert Rodriguez‘ Film „Desperado“, in dem ich auch selbst mitspielte. Als er fertig war, wollte Robert, der damals erst Anfang 20 war, den Soundtrack auf seinem eigenen Label herausbringen. Dafür gab ihm Sony Geld. Und dann sagte er zu mir: Lass uns ein Album zusammen machen, ich werde es finanzieren.

Wie hat das Album Tarantism mit dem berühmten Song „After Dark“ aus „From Dusk Till Dawn“ Ihre Karriere verändert?

Es öffnete für uns Türen auf der ganzen Welt. In Amerika hatte ich damals schon eine Karriere in der Filmbranche als Schauspieler und als Musiker. Robert Rodriguez war als Teenager ein Fan meiner ersten Bands The Plugz und The Cruzados. Damals war ich auch als Produzent einer musikalischen Fernsehshow für den Sender Fox tätig und darüber lernte ich den Oingo-Boingo-Drummer Johnny Vatos kennen, der später die Soundtracks für Tim-Burton-Film eingespielt hat. Johnny stieg also bei Tito & Tarantula ein und jetzt geht er mit uns wieder auf Tournee – neben Originalgitarrist Peter Atanasoff, der die wunderschöne Gitarre auf „After Dark“ spielte. Dies ist unsere erste gemeinsame Tour in zwölf Jahren. Wir werden ausschließlich Material von „Tarantism“ und „Lost Tarantism“ spielen.

Auf dem neuen Album „Lost Tarantism“ befinden sich ausschließlich unveröffentlichte Songs, die Sie in den 1990ern über einen Zeitraum von mehreren Jahren mit einigen der besten Musiker aus Los Angeles aufgenommen. Wo haben Sie die Bänder gefunden?

In meiner Garage. Die Songs waren ursprünglich alle für „Tarantism“ gedacht, aber am Ende hatten wir so viele Stücke aufgenommen, dass wir aussieben mussten. Erst im Zuge der Neuauflage unseres Debüts kam ich wieder darauf, welche Schätze da in meiner Garage schlummerten.

Hollywood wird oft als Haifischbecken dargestellt. Wie haben Sie es erlebt?

Es ist ein Becken mit extrem hungrigen Haien! Ihr Appetit ist praktisch unstillbar. Ich lebte 33 Jahre in Hollywood und arbeitete für Kino, Fernsehen und Theater. 2008 habe ich Hollywood endgültig verlassen.

Wann haben Sie Quentin Tarantino zum ersten Mal getroffen?

Das war 1994 bei den Dreharbeiten zu dem Film „Somebody To Love“, für den ich Musik schrieb. Ich hatte darin eine Rolle, neben Tarantino, Steve Buscemi, Harvey Keitel und sogar Antony Quinn, mit dem ich keine gemeinsame Szene hatte. Regisseur Alexandre Rockwell meinte, ich müsste unbedingt einen gewissen Quentin Tarantino treffen, denn dieser sei völlig durchgeknallt. Wir sind zum Thailänder gegangen, und Tarantino ließ niemanden zu Wort kommen. Er erzählte die ganze Zeit von seiner Idee zu einem Film namens „Kill Bill“. Und den hat er zehn Jahre später tatsächlich gedreht.

Tito Larriva ist mit Band Tito & Tarantula am Sonntag, 30. August, um 20 Uhr zu Gast in der Musa, Hagenweg 2a. Karten gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Jüdenstraße 13c in Göttingen und Auf der Spiegelbrücke 11 in Duderstadt – oder im Internet unter gt-tickets.de.

Interview: Olaf Neumann

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