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Barlachs „Schwebender Engel“ ist angekommen

Barlach und Kollwitz in Göttinger Kirchen Barlachs „Schwebender Engel“ ist angekommen

Es ist ein geradezu programmatisches Werk für die Göttinger Ausstellung mit Kunst von Ernst Barlach und Käthe Kollwitz, das die Organisatoren jetzt in der Göttinger Nikolaikirche installiert haben. „Schwebender Engel“ hat Barlach seine überlebensgroße Bronze genannt, die Gesichtszüge von Kollwitz zeigt.

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Denkmal mit wechselvoller Geschichte für die Toten des Ersten Weltkriegs: Barlachs überlebensgroße Bronzefigur in der Nikolaikirche.

Quelle: EF

„In den Engel ist mir das Gesicht vom Käthe Kollwitz hineingekommen, ohne dass ich es mir vorgenommen hatte. Hätte ich sowas gewollt, wäre es mir wahrscheinlich missglückt”, hat Barlach sich einmal dazu geäußert.

Die Ausstellung mit mehr als 150 Werken von Barlach und Kollwitz läuft in den Kirchen St. Jacobi, St. Johannis und in der Nikolaikirche. Sie wird am Sonntag, 19. September, um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in St. Jacobi eröffnet. Um 11.15 Uhr schließt sich ein Vortrag von Jürgen Doppelstein von der Ernst-Barlach-Gesellschaft Hamburg in der Nikolaikirche an bevor um 12.15 Uhr in der Johanniskirche Grußworte der Stadt und des Kirchenkreises gesprochen werden. Die Schau läuft bis zum 10. November. Zeitgleich präsentiert das Evangelische Studienhaus, Obere Karspüle 30, Hintergrundinformationen zur Ausstellung und Dokumente zur Barlachs Verhältnis zu Göttingen. Der Künstler hatte sich 1898 mit einem kleinen Entwurf an einem Wettbewerb beteiligt, den der Rat ausgeschrieben hatte. Gesucht wurde ein Marktbrunnen, das heutige Gänseliesel.

Der „schwebende Engel“ zählt zu den bedeutendsten Werken Barlachs. Es wurde 1927 als Denkmal für die Toten des Ersten Weltkriegs im Dom in Güstrow, Barlachs Wohnort, installiert. 1937, Barlach war von den Nationalsozialisten als „entarteter Künstler“ gebrandmarkt worden, wurde es entfernt und 1941 eingeschmolzen. Freunde veranlassten zwischen 1939 und 1941 einen Neuguss, der bis Anfang der 1950er Jahre versteckt wurde. 1953 wurde das Werk in der Antoniterkirche in Köln installiert, ein zweiter Abguss wurde für Güstrow hergestellt.

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