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Barocker Glanz und moderne Vielseitigkeit

Kulturfest Barocker Glanz und moderne Vielseitigkeit

Im fünften Jahr seines Bestehens darf sich das Kulturfest im Göttinger Land guten Gewissens als etabliert bezeichnen. In diesem Jahr startete die Reihe mit Kulturveranstaltungen im Landkreis Göttingen jetzt mit einem Konzert des Trompetenensembles Zephir auf dem Rittergut Besenhausen.

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Beeindruckend vielseitig: die sechs Bläser von Zephir.

Quelle: Heller

Beeindruckend vielseitig präsentierten sich die sechs Zephir-Musiker. Klar wurde das schon vor dem Konzert für denjenigen, der die scheinbar endlose Batterie an Blechblasinstrumenten und Stopfen auf der Bühne betrachtete.

Neben Trompeten in verschiedensten Varianten standen dort auch selten zu hörende Instrumente wie Euphonium, Flügelhorn und Alphorn bereit. Auch das angekündigte Programm mit Stücken aus Barock, Romantik und Jazz fordert ein Ensemble, das technisch und gedanklich facettenreich ausgelegt sein muss.

Diesen Ansprüchen wurde das Ensemble Zephir mehr als gerecht. Die eigenhändig für Bläser arrangierte Fassung von Georg Philipp Telemanns glanzvoller Sonate in B-Dur war da letztlich nur ein Aufwärmen. Auf die Zusammensetzung des Ensembles umgearbeitete Arrangements waren auch weiterhin notwendig, denn die Beschränkung auf ursprünglich für Trompeten vorgesehene Notenliteratur würde Zephir viel zu sehr einschränken.

In Arrangement und mit spielerischer Umsetzung schaffen sie es, bei jedem Stück den ursprünglichen Charakter zu behalten, ihm aber durch die teils selbst während der Stücke wechselnde Besetzung neue und interessante Aspekte abzugewinnen. Sehr gelungene Beispiele waren Edvard Griegs Suite „Aus Holbergs Zeit“ oder Jimmy van Heusens Jazz-Standard „Here’s that rainy Day“.

Als sehr gelungene Lösung für die Überbrückung der kleinen Erholungspausen der Bläser hatte das Ensemble mit Claudia Stang eine Musikerin mitgebracht, die das Publikum mit auf der Marimba, einem xylophonartigen Schlaginstrument, vorgetragenen Stücken begeisterte. Stang begleitete Zephir auch beim abschließenden Glanzlicht des Konzerts am Schlagzeug: Beim Trumpet Concerto von Harry James konnte das Ensemble seine technische Brillanz, seinen Facettenreichtum, die instrumentelle Vielfalt und sein ganzes musikalisches Einfühlungsvermögen furios auf den Punkt bringen. Ein würdiger Start in das Jubiläumsjahr des Kulturfests.

Von Isabel Trzeciok

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