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Bassist Hellmut Hattler in der Göttinger Musa

„Handgemachte Schweißmusik“ Bassist Hellmut Hattler in der Göttinger Musa

Der Bassist Hellmut Hattler ist Mitglied der 1971 gegründeten deutschen Jazz-Rock Kultband Kraan. Weitere Kooperationen ging er als Duo Tab Two mit dem Trompeter Joo Kraus und unter dem Pseudonym Siyou n Hell mit der Gospel-Sängerin Siyou ein.

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Tragende Säule der schweißtreibenden Groovemaschine: Hellmut Hattler.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Mit seinem aktuellen Projekt, das schlicht „Hattler“ heißt, ist er am Mittwochabend in der Musa aufgetreten. Bei seinen Live-Auftritten erhält er hochkarätige Unterstützung: Sängerin Fola Dada, ausgebildete Tänzerin und Hochschuldozentin für Gesang, hat schon mit Joy Denalane und Max Herre zusammengearbeitet. Torsten de Winkel gehört zu den versiertesten Jazzgitarristen Deutschlands. Schlagzeuger Oli Rubow ist ein experimentierfreudiger Klangästhet, der unter anderem auch bei der bekannten Lounge-Jazz Band DePhazz trommelt. Echopreisträger Hattler gilt als der innovative und stilistische Impulsgeber des seit zehn Jahren existierenden Projektes.

Die Bühne ist schon zu Beginn in künstlichen Nebel gehüllt. Sphärische Klänge sind zu hören. Das Quartett beginnt entspannt mit dem noch unveröffentlichten „Mountainbike“. Verschleppte, druckvolle Rhythmen prägen auch die nächsten Stücke, bevor das Tempo merklich anzieht. Tackernde Geräusche wie in einem Science-Fiction-Film steigern sich zu einem universellen Klangkosmos. Rubow schlägt mit seinen variablen perkussiven elektronischen Effekten eine Brücke in die Zukunft. „Handgemachte Schweißmusik, Electronics und Songs“ wollen sie spielen.

Und „Rubow schafft es, dass die Maschinen sich nach den Menschen richten“, sagt Hattler in seiner ersten Ansage. Und „er sei neidisch, dass de Winkel so viele Saiten spielen kann“. Was dieser, mit brillanter Technik ausgestattet, dann im Laufe des Konzertes seinen Gitarren und seiner elektrischen Sitar an Klangvariationen entlockt, ist tatsächlich mitreißend. Über allem schwebt die samtige, warme Altstimme Stimme von Dada, die die durchweg melodisch eingängigen, stets aber ideenreichen Songs mal sanft, mal energisch, aber immer ganz unangestrengt trägt. Hattler ist mit seinen knackigen Bassanschlägen die tragende Säule der schweißtreibenden Groovemaschine.

Alle vier Musiker wirken gleichberechtigt am Projekt mit, eine Einheit, die perfekt funktioniert und im Laufe des Abends ein Füllhorn an klanglichen Ideen ausschüttet. Dabei bieten sie eine mitreißende Show aus coolen Clubsounds, Pop und NuJazz, untermalt von einer auf die einzelnen Stücke abgestimmten innovativen Videoshow. Hattler sagt zum Ende, dass sie sehr viel Spaß gehabt hätten. Den hatte auch das hörbar begeisterte Publikum und erklatschte sich noch etliche Zugaben.

 Von Jörg Linnhoff

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