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„Beautiful – Ein Bindegewebe“

Uraufführung im Studio des DT „Beautiful – Ein Bindegewebe“

Schrill war es und laut während der Uraufführung von „Beautiful – Ein Bindegewebe“ im Deutschen Theater (DT) Göttingen. Jugendliche aus der Stadt und dem Landkreis haben unter Anleitung von Tanja Krone ein szenisches Stück konstruiert, dass sich mit der Schönheit beschäftigt: mit Gesang, Live-Musik und diversen Tanzeinlagen – und am Ende einer Revolution der Schönheitsmakel.

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Intimfriseurin: Ania Pachura.

Quelle: Winarsch

„I don’t wanna be a freak“ singen die Jugendlichen zu Beginn. Es ist diese Unsicherheit zwischen Selbstverwirklichung und aufgezwängter Angepasstheit, die sich durch das selbstgeschriebene Stück hindurch zieht. „Es ist doch das Innere das zählt“, sagen sich die Jugendlichen, die unter ihrem richtigen Namen auftreten. Und sie fragen sich gleich darauf: „Das sagt man doch so, oder?“

Auf dem ersten Blick spielen sie aber erst einmal das, was sie nicht sein wollen: Freaks. Ihre Kostüme sind alles andere als trendig, eine Mischung aus Zirkus und Steampunk, auf jeden Fall: sehr individuell und ein Kontrapunkt zur viel beschworenen Angepasstheit. Schnell stellt sich aber heraus, dass es auch in dieser Gruppe Schönheitsregeln gibt. Jaqueline Nobles hat sich beispielsweise geschminkt und wird von der Truppe sofort verurteilt. Sie muss sich abschminken – 30 Gramm Makeup zeigt die Waage schließlich an.

Die Inszenierung bietet viele verschiedene Themen: Schönheits-OPs, Intimrasuren, Pizzaverbot, Sinnsuche. Ob der Vielzahl können sie aber nur oberflächlich behandelt werden. Stark wird das Stück, wenn es auf die zahlreichen szenischen Mittel verzichtet und ohne Hintergrundmusik oder Sonar-Piepsen, die Jugendlichen sprechen lässt. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben“, sagt David Krzystecko dann zum Publikum. „Aber ich komme mit meinem Aussehen nicht klar.“ Er sehe zu sehr nach Mädchen aus. „Mein Aussehen ist mein Kryptonit“, fügt er an. Der einzige Stoff, der Superman schaden kann.

Weitere Vorstellungen: 4. November um 18 Uhr, 12. und 24. November um 20 Uhr im Studio des Deutschen Theaters, Theaterplatz 11 in Göttingen. Kartentelefon: 05 51 / 4 69 11.

Von Florian Heinz

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