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„Before the Show“ in Göttinger Bar Pools

Neues Album „Before the Show“ in Göttinger Bar Pools

Viele Göttinger Kellerräume sind trostlos, kalt und leer. Der Keller der Bar „Pools“ hat allerdings etwas zu bieten. Alle der dortigen Polstergarnituren sind besetzt. Viel mehr Platz ist aber auch nicht. An diesem Donnerstagabend präsentiert die Band „Before the Show“ ihr neues Album „Years&Years&Years“.

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Charismatisch: Gitarrist und Sänger Laurids Smedegaard mit seiner Band.

Quelle: Pförtner

Die jungen Dänen nehmen mit ihrem Equipment fast den gesamten Raum ein. Neben Keyboard, Synthesizer, Bass und Schlagzeug sind viele Gitarren und ein Koffer mit Effektgeräten zu sehen. So viele Gitarren, dass sie unmöglich gleichzeitig von der fünfköpfigen Band gespielt werden können.

Als die Band beginnt, scheint sofort klar zu sein, wer der Kopf hinter dem gesamten Projekt ist.  Laurids Smedegaard begrüßt das Publikum und legt los. Die Band harmoniert und ihr Sound ist in dem Keller überraschend gut. Einzig und allein der Gesang kann an manchen Stellen nicht gut verstanden werden, weil die fest installierten Boxen über die Köpfe des sitzenden Publikums schallen. Aber trotzdem ist die Musik ein Erlebnis. Mal rhythmisch treibend, mal verspielt träumend. Indiepop/rock mit einem Hang zur Melancholie.

Viele Arrangements beginnen mit ruhigen, aber rhythmischen Klängen, um später in einem harmonisch schallenden Höhepunkt zu enden. Irgendwie erinnert die seit 2010 bestehende Band an Größen wie „Death Cab For a Cutie“. Aber dennoch schafft sie es, frisch zu klingen.

Smedegaard gibt jedem Lied eine spezielle Note. Er wechselt sehr oft zwischen vier Gitarren und nutzt seine Effektgeräte. Getragen werden die Stücke aber auch durch das variable Spiel von Kasper Ebdrup. Sein Schlagzeug besteht nur aus dem Nötigsten, aber dennoch schafft er es, jedes Lied abwechslungsreich und belebend zu gestalten.

Die Band ist aufeinander abgestimmt. Selbst als eine Basssaite reißt, spielen die Musiker spontan einen Song, bis das Instrument mit einer Ersatzsaite bestückt ist.

Zwischen den Lieder gibt es  immer wieder Smaltalk mit dem Publikum. Smedegaard nutzt den kleinen und intimen Rahmen des Kellers, stößt mit vielen Anwesenden an und erzählt, dass bei den meisten Auftritten in Dänemark viel Platz zwischen ihnen und dem Publikum sei.
Den hauptsächlich weiblichen Zuhörern gefällt es.

Mit jedem weiteren Lied wird der Beifall des Publikums lauter. Die Songs „Gravity’s Relentless Pull“, „There’s No Great Love“ und „Years&Years&Years“ kommen am besten an. Smedegaard nutzt die Gelegenheit: „Wir haben hier zwar nicht viel Platz, doch wenn ihr tanzen wollt, dann tanzt“. Zunächst traut sich niemand. Doch als die Band nach Aufforderung viele Zugaben spielt, hält es nur wenige auf den Polstermöbeln. Die Dänen bringen  das Kellerpublikum zum tanzen.

Die dänische Band "Before the Show" im Netz

Von Friedrich Schmidt

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