Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Begegnungen mit den Nachbarn

Festival Best Off Begegnungen mit den Nachbarn

An drängenden gesellschaftlichen Themen mangelt es Theaterschaffenden zurzeit nicht. Alleine der Umgang mit einer unerwartet großen Zahl von Menschen auf der Flucht vor Krieg und Not stellt nicht nur Politik und Medien, sondern eben auch die Kultur vor Herausforderungen.

Voriger Artikel
Sonderkonzert des Göttinger Symphonie-Orchesters
Nächster Artikel
Caricatura zeigt Werke von Martin Perscheid

Nina de la Chevallerie mit den Schauspielern Rzgar Kalil und Bushkin Mohammed Ali.

Quelle: Insa Cathérine Hagemann

Göttingen/Hannover. Dabei haben gerade die darstellenden Künste die Chance, sich den Themen differenziert anzunähern. Sie können mehr als nur die polemische Frage in den Mittelpunkt stellen, ob man es schaffen möchte, eine Aufgabe von globaler, historischer und moralischer Dimension zu bewältigen. Die darstellenden Künste können die Menschen, die seit einem Jahr vermehrt nach Deutschland kommen, wahrnehmbar werden lassen.

Mit ihrem inhaltlichen Fokus verschieben sie auch ihre Methoden. Sie lassen sich durch Begegnungen mit den neuen Nachbarn inspirieren und berühren.

Best Off, das Festival der Stiftung Niedersachsen zur Förderung des Freien Theaters, stellt im Zweijahresrhythmus herausragende Produktionen der Freien Szene zur Diskussion. Darüber hinaus widmet es sich auch in diesem Jahr aktuellen Debatten in den kreativen Szenen. Den Auftakt haben im Theater im Pavillon drei freie Theatergruppen bestritten, die exemplarisch ihren Umgang mit dem Thema Geflüchtete präsentierten. Welche Formen der Zusammenarbeit mit Geflüchteten sind möglich, sinnvoll - und erwünscht? Wie lassen sich ganz persönliche Geschichten in die Debatte um weltpolitische Umwälzungen einbringen, ohne sie zu instrumentalisieren? Individuelle Antworten formulierten das Boat People Projekt aus Göttingen, Das Letzte Kleinod aus Geestenseth und die Gruppe voll:milch aus Hildesheim.

So unterschiedlich deren Arbeit zwischen internationaler Flüchtlingsunterkunft, dörflicher Integration und politischem Aktivismus auch sein mag. Was sie eint, ist der Mut, sich unkalkulierbaren Situationen mit oft traumatisierten Menschen fern ihrer Heimat anzunähern. Nicht auf Anleitungen zu warten, sondern im Tun nach Möglichkeiten der Kommunikation zu suchen. Sich intuitiv von Respekt, Interesse und Menschlichkeit leiten zu lassen. Und vor allem: ihre Rolle als Vermittler und Übersetzer gegenüber der Gesellschaft ernst zu nehmen.

Das Boat People Projekt zeigt sein Stück „Eine Stadt verändert sich“ am Sonnabend, 12. März, um 19.30 Uhr im Theater im Pavillon. Die nächste Rahmenveranstaltung von Best Off beschäftigt sich am Mittwoch, 13. April, um 19 Uhr im Pavillon, Lister Meile 4, mit dem Thema „Spiele im Theater“.

 

Von Thomas Kaestle

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff