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Begeisternde Arrangements

Das Einar Stray Orchestra Nörgelbuff Begeisternde Arrangements

Einar Stray kommt aus einer kleinen Gemeinde südwestlich von Oslo. Das Zusammentreffen und gemeinsame Musizieren mit dem ebenfalls aus Norwegen stammenden Künstler Moddi war 2008 die Geburtsstunde des späteren Einar Stray Orchestras. Dies begeisterte im Nörgelbuff.

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Das Einar Stray Orchestra kommt aus Norwegen.

Quelle: r

Göttingen. Sein Debütalbum "Chiaroscuro" aus dem Jahr 2012 erhielt durchweg positive Resonanzen und weckte Begehrlichkeiten in fast ganz Europa. Auf Strays erster Deutschlandtourwaren mehr als die Hälfte der Konzerte umgehend ausverkauft. Inzwischen ist das zweite Album "Politricks" erschienen. Im Konzert wird Stray, der selbst Piano und zeitweise E-Gitarre spielt, von Lars Fremmerlid (Schlagzeug), Ofelia Ostrem Ossum (Violoncello), Simen Aasen (Bass) und Asa Ree (Violine) begleitet.

Dicht gedrängt erwarteten die Besucher die Band. Zu Vogelgezwitscher betreten die fünf Musiker die Bühne. Nervöse Schlagzeugklänge und Strays warme dunkle Stimme leiten „Thrasymachus“ ein, gefolgt vom schwungvollen „Penny for your thoughts“, das mit zarten Pianoklängen endet. Getragen von der Euphorie des Publikums, glänzt das Quintett von Beginn an mit großer Spielfreude.

Die Songs sind opulent instrumentiert, mit wunderbaren, teils vertrackten Arrangements, ohne dabei überladen zu wirken. „Caravelle“ ist einem deutschen Auto gewidmet und kommt zu 5-stimmigem Gesang sehr locker und rhythmisch daher. Fremmerlid macht an den Drums über das gesamte Konzert einen richtig guten Job. Stray arbeitet sich mit teils artistischen Verrenkungen fast ekstatisch an seinem Keyboard ab. Sein Versuch, mit der E-Gitarre ins Publikum zu gehen, scheitert nur an dem zu kurzen Kabel. Dann kommt seine tiefe Stimme hallunterlegt zu flirrenden Violinklängen wie aus Jenseits, abgelöst vom fast choralen Gesang der gesamten Band.

Eine beeindruckende Vorstellung geben sie A-capella mit „For the country“ ohne technische Unterstützung, nur zu dezenter Perkussion, am Bühnenrand. „Dear Bigotry“ ist ein brandneues Stück. Dazu lobt Stray den Nörgelbuff „as a good place to play it...“ und fügt bezüglich der Enge schmunzelnd hinzu „...it´s like a homeparty“.

Die Besucher werden mit weiteren effektvollen Arrangements wie in „Chiaroscuro“ von Geige und Violoncello zu Strays Pfeifen belohnt. „Caressed“ soll das letzte Stück sein, aber sie kommen nicht runter von der Bühne. So schafft es Stray in den Zugaben doch noch mit der Gitarre ins Publikum, während die beiden Streicherinnen mit zartem Duett-Gesang eine berauschende Vorstellung ausklingen lassen.

Von Jörg Linnhoff

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