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Beifall im Stehen für den Auftritt von „Voice Choice“ im Alten Rathaus in Göttingen

Rammsteins Engel in A-cappella-Höhen Beifall im Stehen für den Auftritt von „Voice Choice“ im Alten Rathaus in Göttingen

20 Stimmen haben das Alte Rathaus am Donnerstagabend wohlig ausgefüllt. Der Chor „Voice Choice“ präsentierte sein Programm aus klassischem A-cappella-Repertoire und neu interpretierten Liedern diverser Genres. Das Publikum war begeistert.

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Ohne viel Brimborium: der Sängerinnen und Sänger von „Voice Choice“.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Trompeten, Saxophone, Basslinien, reißende Gitarrenklänge. Das alles braucht Voice Choice nicht. Denn die Sängerinnen und Sänger sind das selbst. Ohne viel Brimborium und in schlichter Kleidung treten sie auf die Bühne. Das passt. Denn im Saal mit seinen Deckenmalereien und Gold-Verzierungen ist mehr nicht nötig. Und so wirken die starken Bassstimmen und die klaren Soprane richtig in Szene gesetzt.

Voice Choice ist eine Formation aus 20 begeisterten Amateur-Sängern, die sich ein paarmal im Jahr für gemeinsame Proben und Auftritte treffen. In diesem Sommer war Göttingen ihr Ziel. Eine Woche haben sie ihre Lieder im Waldschlösschen zwischen Reinhausen und Bremke geprobt, um das Programm bei ihrem Konzert mit Bühnenperformance und Anekdoten zu präsentieren.

Ihr Programm ist gemischt. Da sind typische A-cappella-Stücke dabei wie etwa „Another Train“. Das habe sie über viele Jahre begleitet, zwischendurch sei es aus der Titelliste gestrichen gewesen. Den Klassiker wollten die fünf Damen, die ihn singen, aber noch einmal Stimmbildnerin Maren Böll widmen.

Vielleicht auch, weil dies der letzte Auftritt für Voice Choice in der vorhandenen Konstellation ist, wie später klar wird. Bevor eine theatralische Verabschiedung aller von jedem folgt, fährt die Gruppe noch einmal auf. Etwa mit einer Geschichte zu Ikarus, der der Sonne zu nah flog und sich dabei die Flügel versengte. Außerdem eine spannende Version von dem Lied „Zombie“ von den Cranberries und eine Waldatmosphäre mit Tierstimmen und Baumknarren im „Garten Eden“.

Vor jedem Lied ordnet sich die Gruppe neu, erzählt die Geschichte des Textes und tritt in unterschiedlichen Zusammenstellungen auf. Alle haben sichtlich Spaß. Das Publikum wird angeheizt und klatscht begeistert mit. Hier sind zwar Amateure am Werk, für die Sänger ist der Chor eine willkommene Abwechslung zu ihren alltäglichen Berufen.

Trotzdem ist da ein bisschen Broadway zu erkennen, als der Gigolo in einem der letzten Lieder über die Bühne tanzt. Und bei einer Interpretation von Rammsteins „Engel“ sieht man wieder einmal, wie nah sich Klassik und Metal sind. An diesem Abend haben sich die Mitwirkenden selbst einen schönen letzten Abend beschert. Besonders Dirigent Stephan Süss und Stimmbildnerin Böll sind sichtlich gerührt. Die Zuhörer verabschieden den Chor mit stehendem Beifall.

Von Leslie Whatsack

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