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Mit bewegender Intensität

Benefizkonzert der Akademischen Orchestervereinigung Mit bewegender Intensität

Zugunsten des Hospizes an der Lutter hat die Akademische Orchestervereinigung (AOV) am Sonntag ein Benefizkonzert in der gut besuchten Universitätsaula gegeben. Auf dem Programm standen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Richard Strauss. Die Leitung hatte Niklas Hoffmann.

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Quelle: Schäfer

Göttingen. Die AOV kann in diesem Jahr ihr 111-jähriges Bestehen feiern, vor 20 Jahren wurde das Hospiz an der Lutter für den stationären Betrieb eröffnet. Das nahm die AOV zum Anlass dieses besonderen Konzerts, mit dessen Ertrag der notwendig gewordene Neubau des Hospizes unterstützt werden soll.

Mit Mozarts populärer g-Moll-Symphonie KV 550 eröffnete die AOV ihr Konzert. Hoffmann brauchte keine Scheu vor frischen Tempi zu haben, denn seine Musiker folgten ihm animiert und locker. Was nicht selbstverständlich ist: Voraussetzung dafür ist ein hoher Grad von Souveränität, der bei Liebhabermusikern ein gehöriges Maß von Einsatz verlangt. Nur an wenigen Stellen, etwa dem in der Intonation ein klein wenig instabilen Einstieg in den langsamen Satz, zeigte sich ein Unterschied zu Berufsmusikern. Ansonsten gestalteten Streicher und Bläser dieses Werk mit beachtlicher Ausdruckstiefe und geschmeidiger Grazie und kosteten den Reiz der natürlich fließenden Mozartschen Melodik voll aus.

Die besondere Delikatesse dieser Matinee hatten sich die Musiker für den Schluss aufgespart: die „Metamorphosen“ von Richard Strauss, ein 1945 komponiertes Spätwerk, in dem sich die Trauer um die Zerstörung Deutschlands, Resignation, aber auch Hoffnung manifestiert. Besetzt ist dieses Werk mit 23 Solostreichern: zehn Violinen, je fünf Bratschen und Celli sowie drei Kontrabässen.

Diese Besetzung ermöglichst feinste klangliche Differenzierungen, verlangt aber vom einzelnen Spieler ein Höchstmaß an Präzision und Verantwortlichkeit. Niemand kann sich im Tutti verstecken. Welchen Respekt Berufsmusiker vor diesem Werk haben, zeigt sich beispielsweise daran, dass die „Metamorphosen“ in den vergangenen 30 Jahren nur einmal vom Göttinger Symphonie Orchester gespielt wurden.

Es verdient Hochachtung, mit welcher Konzentriertheit und Präzision sich die 23 AOV-Musiker dieser Aufgabe stellten. Dank des inspirierenden Dirigats von Hoffmann gelangen ihnen weiträumige Spannungsbögen, die dynamischen Abstufungen reichten von einem dicht-samtenen Fortissimo bis zum verlöschenden Pianissimo des Schlusses. Eine anrührende, im Ausdruck zutiefst intensive Interpretation, für die sich die zahlreichen Zuhörer mit lang anhaltendem Applaus bedankten.

Nächstes AOV-Konzert: Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 und die zweite Symphonie von Sibelius am 24. und 25. Juni in der Aula der Universität.

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