Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Berliner Erfolg mit dem Hippie-Experiment

2000 Konzerte in 20 Ländern Berliner Erfolg mit dem Hippie-Experiment

Musikalisch haben sie sich anfangs überhaupt nicht verstanden, stellen Kiki Sauer und Christopher Blenkinsop von den „17 Hippies“ fest. Bei Mondschein in geradezu romantischer Kulisse sitzen sie nach getaner Arbeit auf der Terrasse des Tennisclubs am Göttinger Kaiser Wilhelm Park. „Ich komme aus der Klassik und Christopher wie die meisten unserer Jungs aus der Rockmusik“, erzählt Sauer. „Wir haben mit Melodien und Rhythmen experimentiert und so nach und nach zu unserer Musik gefunden.“

Voriger Artikel
1600 Fans feiern „Silly“ im Göttinger Wald
Nächster Artikel
Viel Jubel für tolle Bands im zauberhaften Wald

International unterwegs, Hauptquartier in Berlin: Christopher Blekinsop (3. von links) in Aktion.

Noten brauche man dazu nicht zu können, sind sich beide einig. In einer Bar in Berlin-Kreuzberg habe alles angefangen und Sauer wundert sich noch heute über das Echo beim immer größer werdenden Publikum. „Wir haben unseren Erfolg nie geplant.“ Dennoch ist er eingetreten: Seit Jahren sind sie Stammgast im Kasseler Kulturzelt, sie machten den Soundtrack zum Film „Halbe Treppe“ und spielten an die 2000 Konzerte in 20 verschiedenen Ländern. Lange sahen sie sich dabei als Botschafter für deutsche Musik.
„An vielen Orten waren wir die erste deutsche Band, die nach dem 2. Weltkrieg auftrat“, so Blenkinsop. Gerade in Frankreich sei es am Anfang schwierig gewesen. „Man wurde da ganz klar mit der deutschen Geschichte konfrontiert und musste sich auch dazu verhalten.“ Erstaunt aber auch erfreut seien die Franzosen gewesen, dass eine deutsche Band auch mit französischen Liedern dort auftritt. Geholfen habe ganz klar, das Sauer in Frankreich studiert habe und so des Französischen mächtig ist. Das Bild der Deutschen im Ausland wandele sich aber zusehends zum Positiven, meinen beide.
Auf die Frage, woher all die verschiedenen musikalischen Einflüsse von Klezmer bis Chanson kämen, verweisen sie auf das Hauptquartier der Hippies: Berlin. „In Berlin sind wir möglich“, so Blenkinsop. Man höre viel europäische Musik in den Straßen von Kreuzberg, gar nicht so sehr die gewohnte amerikanisierte Geräuschkulisse.
Die Arbeit profitiere sowohl von der Größe der Gruppe – 13 Musiker sind es momentan – als auch von der Mischung der Geschlechter. Da wird das Gespräch richtig lebhaft: „Frauen sind organisierter und sind die Vermittler, wenn es Stress gibt“, stellt Sauer fest. Blenkinsop stimmt zu und formuliert seinerseits einen herrlich metaphorisches Statement zum Geschlechterverhältnis: „Männer werfen den Stein ans Ziel und Frauen bauen die Straße dorthin.“ Marie Varela

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional

Hier bloggen wir zu den Göttinger Händel-Festspielen 2017 – berichten von Vorbereitungen, besuchen Opernproben und werfen einen Blick hinter die Kulissen. mehr

Fotografie-Ausstellung „In saeculo lux“ in der Galerie Ahlers