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Film ab!

Blaue Sänger in der Kirche St. Paulus Film ab!

Musik, die Bilder im Kopf entstehen ließ, haben am Sonnabend die Blauen Sänger in die Kirche St. Paulus nach Göttingen gebracht. Das Festkonzert, das Chor und Orchester gemeinsam bestritten, war gespickt mit Melodien aus Filmen, Musikvideos und Fernsehserien.

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Göttingen. „Wer am Ende des Konzerts keine Ohrwurm hat, hat definitiv etwas falsch gemacht“, beendete Friederike Lange, die erste Sprecherin im Sommersemester 2017 ihre einleitenden Worte nach der melodiösen und den Raum der Kirche Sankt Paulus sanft umspielenden Einleitung: Gordian Sandberg an der Orgel, Eckart Vollbrecht (Horn) und Sopranistin Luise Goldfuß hatten Richard Strauss Alphorn, Op. 15 No. III dargeboten - und damit die Messlatte ziemlich hoch gelegt für alles das, was folgen sollte.

Die Sänger des Chores machten es sich entsprechend nicht leicht: Die Erkennungsmelodie aus „Game of Thrones“ ist nicht nur eine liedgewordene mittelalterliche Machtdemonstration, sondern als Chorstück arrangiert auch eine echte Herausforderung. Die Sänger meisterten sie, wenn auch zu Anfang zaghaft. Lockerheit stellte sich bei „Sweet Dreams“ ein. Der 80er-Jahre-Hit der Eurythmics ist eines der meistgespielten Musikvideos und ein Radio-Evergreen. Dennoch klang die Version des Chores nicht abgenudelt, sondern frisch und kraftvoll. Unterstützt wurde der Eindruck durch die Bewegungen der Sänger und die tänzelnde Art des Dirigierens von Amelie Hartung, die den Job der Chorleitung erst in diesem Semester übernommen hatte - und der man den Spaß schon von Weitem ansehen konnte. Den Ohrwurm „Somewhere over the Rainbow“ präsentierten die Sänger solide, wirklich emotional wurden sie bei zwei Stücken von Bruno Coulais aus „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Witz und Rhythmus bewiesen sie bei „I’m no Superman“, dem Song aus der Serie „Scrubs“.

Wenn auch die Serie ein absoluter Publikumsliebling ist: Die Zuhörer im Konzert am Sonnabend hatten eindeutig einen anderen Favoriten: „Baba Yetu“. In der A-cappella-Version von Christopher Tin brachten die Mitglieder des Chores die Swahili-Version des „Vater unsers“ mit natürlicher Fröhlichkeit und Präzision in den Lagen rüber. Dazu als Solist Jakob Baumsteiger, der viel, viel Freude und ein bisschen Aufregung zeigte - und der mit einer tollen Stimme ausgestattet ist. Das machte dem Publikum Spaß. Sogar zweimal, denn beim Auszug des Chores sangen die Sänger das Stück gleich noch einmal. Allerdings ging es dabei im donnernden Applaus unter. 

Ähnlich imposant wie der Abschluss des Chorkonzertes, bei dem Zuhörer sogar im Gang sitzen mussten, weil die Plätze in den Bänken nicht ausreichten, das Konzert des Orchesters, das das Motto Filmmusik ebenfalls aufnahm. Die Musiker ließen Ludwig van Beethovens Deutscher Tanz D-Dur aus WoO 13, dessen Allegretto aus der Siebenten Symphonie A-Dur op. 92 und Paul Angerers Fantasie über serbische Volkslieder sprechen und erweckten Bilder damit zum Leben. Einen krönenden Abschluss hatten sich die Blauen Sänger mit Howard Shores Orchestersuite „Der Herr der Ringe - die Gefährten“ überlegt. Die Fantasie der Tolkien-Welt, Kräft, Stärke und filigrane Spielereien - all das verpackten die Musiker in nur ein Stück, das sie gemeinsam mit den Sängern des Chores präsentierten. Dafür gab es viel verdienten Applaus - und einen Ohrwurm für den Heimweg des Publikums.

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