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Blues wie in den sechziger Jahren

Göttinger Liveclub „Max L“ Blues wie in den sechziger Jahren

Der Raum im Max L in Göttingen ist hell erleuchtet. Doch das stört die drei Musiker kaum, die gerade auf der Bühne stehen und lächelnd ihr Bestes geben. Es sind Abi Wallenstein, Henry Heggen und Günther Brackmann, die das Lokal in ein Tanzcafé verwandeln. Wallenstein gilt in der Bluesszene schon als Legende. 

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Haben den Blues: Wallenstein (rechts) und Heggen. Hinten recht lugt Pianist Brackmann hervor.

Quelle: Heller

Seit 1966 tourt er durch Deutschland, in den vergangenen Jahren auch des öfteren mit Henry Heggen, dessen aktuelle Band „Die Crazy Hambones“ ist. Komplettiert wird das Trio durch den Pianisten Günther Brackmann. 

Am Anfang des Konzerts traut sich noch keiner aus dem Publikum auf die Empore, auf der die Band steht. Das lassen die Musiker allerdings nicht zu. „Wir fangen erst an zu spielen, wenn ihr näher kommt“ heißt es. Prompt folgen einige dem Aufruf. 

Die Musik geht sofort in die Beine, und das Publikum ist mit dabei. Teilweise werden dabei sehr eigenwillige Tanzstile aufs Parkett gebracht, aber es gefällt und scheint Spaß zu bringen. Auch die Musiker sind begeistert. „Ihr seid so geil“, schallt es von der Bühne. 

Wallensteins rauchig, kratzige Stimme passt gut in die Atmosphäre. Sein Gitarrenspiel ist ein Genuss. Teilweise klingt es, als ob nicht nur eine, sondern mehrere Gitarren gespielt werden. Der Verstärker gibt einen leicht verzerrten Klang von sich. Soli werden oft mit „Bottleneck“ gespielt, einem Metallrohr, mit dem man auf den Saiten hin und her gleiten kann und so einen nahtlosen Übergang zwischen den Tönen ermöglicht. 

„Mr. Natural of Blues“

Der Sound, den Wallenstein produziert, klingt nach sehr authentischem Blues, so dass man denken könnte, in den USA der sechziger Jahre gelandet zu sein. Auch das Zusammenspiel mit Heggen, dessen Stimme heller ist und der mit seiner Mundharmonika immer wieder mitreißende Soli spielt, klappt hervorragend.  „Mr. Natural of Blues“, wie Heggen auch genannt wird, hat einen guten Abend erwischt. 

Pianist Brackmann haut in die Tasten was das Zeug hält und spielt sich immer mehr in Rage. Voll konzentriert steuert er einen erfrischenden Sound zum Abend bei. Die Stimmung ist locker und gelöst. Während sich die einen mit der Band vergnügen, sitzen andere etwas weiter hinten im Raum und genießen einfach die groovige Musik.

                                                                                               Von Jascha Grewe

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