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Bluesgitarrist im Göttinger Apex

Martin Harley Bluesgitarrist im Göttinger Apex

Singer-Songwriter, Bluesgitarrist, Storyteller: Der Walliser Martin Harley ist viel herumgekommen und zählt inzwischen zu den angesehenen Musikern seiner Zunft. Sein neues Album „Live at Southern Ground“ stellte er am Mittwochabend im gut besuchten Göttinger Apex vor.

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Martin Harley im Apex.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Zurückhaltend wirkt er, wie er da so allein auf die Bühne kommt, allein mit seinen beiden Gitarren. Verhalten beginnt sein Konzert, aber das bleibt mit lange so. „Are you feeling good“, fragt Harley das Publikum, um dann gleich nachzuschieben, er wolle sehen, was sich dagegen mache ließe. Er habe ein paar schöne Songs über gebrochene Herzen, Unglück und Traurigkeit dabei.

Spröder Charme und starke Stimme

Ein Geschichtenerzähler im besten Sinne ist dieser Musiker. In seinen Ansagen berichtet er von seinen Reisen, seinen Erfahrungen, etwa als Frühstückskoch in einer Schule für Nonnen in Australien. In seinen Songtexten erzählt er etwa von einem „Nightwalk“ an der südenglischen Küste unter einem alten Mantel, der für zwei groß genug ist, über zerbrochene Liebe „if you won‘t me in your dreams, you stay out of mine“.

Aufmerksam folgt das Publikum ihm zunächst, mit jedem Song stärker angetan, bald begeistert von diesem mit starker Stimme, sprödem Charme und leisem Witz ausgestatteten Musiker.

Und das umsomehr, als Harley eben auch ein herausragender Gitarrist ist, der seinen beiden Instrumenten eine faszinierende Bandbreite an Klängen entlockt. Oft sanft, melodisch, dann wieder fordernd, metalllisch, schroff ist der Sound.

Und wenn man es sich gerade gemütlich gemacht hat in warmen, ruhigen Klängen, dann reißt Harley einen wieder hoch mit eindringlicher Stimme und scheppernder Gitarre. Und der Mann hat den Blues. In seinem Song „Blues at my windows“ zeigt er das auf das Schönste: schmelzend, hart, klagend.

Unbedingt wieder kommen

Zum Ende diesen feinen Konzerts singt Harley dann einen Song zu Ehren seines Vaters. Motorradfahrer war der, und eine seiner Lieblingsmaschine war eine „1952 Vincent Black Lightning“. Den Song singt er unverstärkt und beweist damit einmal mehr an diesem Abend seine Qualität. Er sei das erste Mal in dieser Stadt gewesen, erzählt Harley. In der Pause, so scherzt er, habe er das halbe Publikum kennengelernt und er wolle unbedingt wieder kommen. Eine gute Idee!

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