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Blütenscans und Blattgold im Göttinger Land

Künstlerische Vielfalt in Südniedersachsen Blütenscans und Blattgold im Göttinger Land

60 Künstler in 38 Ateliers nehmen teil an der Vorstellung ihrer Arbeiten unter dem Titel “Offene Ateliers im Göttinger Land”. Zum neunten Mal veranstaltet der Verein Kunstrad die Atelierbesuche. Am Sonnabend und Sonntag, 19. und 20. September, sind Kunstwerke und Kunstwerkstätten zu besichtigen.

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Ausstellung: Tamara Wahby und ihre aktuellen Werke.

Quelle: Varela

Göttingen. Wer der Meinung ist, dass der Akt des Scannens viel mit Büroarbeit, aber nichts mit Kunst zu tun hat, der wird bei Tamara Wahby in Roringen eines Besseren belehrt. Die 1953 in Kairo geborene Fotografin legt so einiges auf den Scanner von der Blüte bis zum Salat. Dass hierbei wunderschöne, ästhetische Bilder entstehen können, konnten Besucher am vergangenen Wochenende bei den neunten „Offenen Ateliers im Göttinger Land“ entdecken. Insgesamt 60 Künstler aus der Region öffneten interessierten Besuchern wieder ihre Ateliers, sprachen über ihre Arbeit und gewährten oftmals auch persönliche Einblicke.

Neben den kunstvollen Blütenscans findet man bei Wahby Fotografien, die Zeit und Alterungsprozesse sichtbar machen. So hat die ehemalige Lehrerin beispielsweise fotografisch die neuen Bundesländer nach der Wende erkundet und anhand eines Ausschnitts eines alten Hauses die Veränderung an diesem dokumentiert. Menschen sieht man auf ihren Fotos nie, wohl aber, was sie hinterlassen: Treckerspuren in der Erde oder gesprühte Markierungen an Bäumen. „Mich reizt der Zen-Buddhismus“, so Wahby, was sich wiederum in Werken niederschlägt, die nahe Ausschnitte von Wasser, Holz oder anderen Materialien zeigen und im Unscheinbaren ihren Reiz haben.

Bei Hanndorle Binnewies in Bösinghausen begrüßt einen schon im Garten allerhand Getier aus Ton und überall plätschern kleine Springbrunnen. Herzlich und kommunikativ werden die Besucher empfangen. An den Wänden der Töpferwerkstatt hängen Dankesurkunden von Schulklassen und auf dem Tisch steht einladend ein selbstgebackener Zuckerkuchen. „Endlich mal was anderes“ würden die Kinder und Jugendlichen oftmals sagen, wenn sie bei Binnewies mit Ton arbeiteten, erzählt diese lachend. Es habe sich mittlerweile herumgesprochen, dass sie mit Alten und Jungen nach Vereinbarung töpfere, so die zertifizierte Naturführerin. Sie betont, dass das Töpfern ein Hobby sei, mehr nicht. Binnewies reicht Besuchern auch gern den Regenschirm, damit sie ihre bepflanzte Büste mit Ohrringen besichtigen können.

Weiter geht es dann nach Renshausen zu Ulli Sorgatz. „Schmied mit Leib und Seele“ sei er, darüber hinaus ein Fachmann für Pflanzenstützsysteme in unterschiedlichen Formen und Größen. Ganz wichtig sei ihm eine sorgfältige und handwerklich einwandfreie Verarbeitung. In einem traumhaft gestalteten Garten, der durch eine einzigartige Pflanzenvielfalt und geschwungene Linien geprägt ist, kommen vor allem seine individuellen Pflanzenstecker gut zur Geltung. Die Vielfalt reicht von Spiralen, die mit echtem Blattgold verziert sind bis zu Ginkgoblättern aus Bronze. Bronze sei ein anspruchsvolles Material, da sei viel Gefühl in der Verarbeitung gefordert, so Sorgatz. Viel Zeit für Gespräche hat der Schmied nicht, die Kundschaft ruft, verständlich bei dieser Art von Gartenschmuck.

Von Marie Varela

Am 19. und 20. September sind die Ateliers von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Die Liste der Teilnehmer unter offeneateliers.net

Offene Ateliers im Göttinger Land: 60 Künstler in 38 Ateliers zeigen ihre Werke an zwei Wochenenden

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