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Boat People Projekt geht in Göttinger Privatwohnung „online“

Im Sog einer virtuellen ParallelweltGöttingen Boat People Projekt geht in Göttinger Privatwohnung „online“

Der 16-jährige Paul ist in seinem Smartphone verschwunden. Sein Vater ist überzeugt davon, dass Paul virtuell weiterlebt und sich ins Netz hochgeladen hat. Reimar de la Chevallerie von den Göttinger Theatermachern Boat People Projekt hat sich am Sonnabend gemeinsam mit dem Schauspieler und Autor Christopher Weiß in dem Jugendzimmer einer Privatwohnung auf die Spurensuche gemacht.

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Unterwegs im Netz: Reimar de la Chevallerie und Christopher Weiß.

Quelle: EF

Göttingen.  In dem Theaterstück „online“ gingen sie der Frage nach, wie Jugendliche mit dem Internet umgehen. 24 Zuschauer waren bei der Premiere dabei.

 

Wo ist Paul? Reimar und Chrissi starten mit ihrer Recherche in Pauls Zimmer. Welche Filme schaut der 16-Jährige? Wo war er im Internet unterwegs? Was ist in seinem Smartphone zu finden? Mitschüler geben wichtige Hinweise. Und die Suche führt immer weiter hinein in den Sog einer virtuellen Parallelwelt.

 
    Videofilme, Einspieler, Musik, das Hineinschlüpfen in verschiedene Rollen – Weiß und de la Chevallerie gelingt eine spannende und temporeiche Inszenierung mit viel Witz und Tiefgang.

 
Ebenen und Realitäten verschieben sich und scheinen zu verschwimmen. Paul ist in einem „verbotenen Teil des Internets“ unterwegs. Bei einem Spiel hat er die Geister gerufen, die er jetzt nicht mehr los wird. Herrlich sinister und an Bond-Bösewichte erinnernd gibt Schauspieler Gerd Zinck in einem Video den Verführer, der in Pauls Gedanken eindringt und versucht, ihn in die Sphären des Netzes zu locken. „Es scheint ja nicht so weit her zu sein mit Eurer Realität, wenn ihr eh jede freie Minute online seid.“

 
    Mit Respekt und ohne erhobenen Zeigefinger nähern sich die Schauspieler der Welt der Jugendlichen und deren Aktivitäten im Internet. Zudem wirkt Weiß mit seinen 37 Jahren auch in jedem Moment glaubwürdig in der Rolle des 16-jährigen Paul. Ob es allerdings Außerirdischer bedurfte, die eine ominöse Büchse der Pandora „mit unzähligen Einsen und Nullen“ auf die Erde bringen, ist eher Geschmackssache. Potenzial für komödiantische Momente bietet es allemal.
    Die räumliche Nähe der Inszenierung trägt dazu bei, dass man sich als Zuschauer gerne in den Strudel des Geschehens hineinziehen lässt, und sich schließlich auch auf überraschende Weise darin wiederfindet. Die begeisterten Zuschauer bedankten sich mit viel Applaus.

 
    Weitere Vorstellungen am 7., 8., 9. Juni, jeweils um 19.30 Uhr. Den Ort erfahren die Theatergänger – Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene – beim Kauf des Tickets. Ab Juli ist das Boat People Projekt im Landkreis Göttingen, in Duderstadt und Northeim mit Klassenzimmervorstellungen ab Klasse 8 unterwegs. Weiteres unter Telefon 0176/22732901, E-Mail: info@boatpeopleprojekt.de.

 

Von Karola Hoffmann

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