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Böse Geschichten und der Besitz des „King of Pop“

Bücherfrühling im Göttinger Steidl-Verlag Böse Geschichten und der Besitz des „King of Pop“

Fotobände, Romane und die Zusammenarbeit mit dem Essener Museum Folkwang: Der Göttinger Steidl-Verlag bietet in seinen Frühjahrserscheinungen ein breites Spektrum. Als „absoluten Schwerpunkt“ der Neuerscheinungen bezeichnet Pressesprecherin Claudia Glenewinkel den Roman „Heimaturlaub“. Das Debüt des Kölner Schriftstellers Joachim Geil spiele im Sommer 1944 und sei nicht nur mit Augenmerk auf den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan „hochaktuell“.

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Arbeitet mit dem Museum Folkwang in Essen zusammen: der Göttinger Steidl-Verlag in der Düsteren Straße.

Quelle: Hinzmann

Der Zweite Weltkrieg tobt an der Ostfront. Doch in Bad Bergzabern in der pfälzischen Provinz ist davon kaum etwas zu spüren. Leutnant Dieter Thomas versucht, dort seinen Heimaturlaub zu genießen, doch die Erinnerungen an seine Erlebnisse in Russland lassen ihn nicht los. „Aufgrund seiner dichten Sprache merkt man dem Roman nicht an, dass es ein Debüt ist“, sagt Glenewinkel. (Joachim Geil: „Heimaturlaub“, 304 Seiten, 19,90 Euro, März).

Stolz ist man auch über die Veröffentlichung von „Tanz der Dienstmädchen“ der aus Irland stammenden US-Amerikanerin Maeve Brennan. „Sie ist eine Entdeckung des Steidl-Verlags“, erzählt Glenewinkel. (Maeve Brennan: „Tanz der Dienstmädchen“, 224 Seiten, 18 Euro, März). Einige der Geschichten der Schriftstellerin werden in einem Hörbuch von Schauspielerin Sunnyi Melles gelesen, das ebenfalls im März erscheinen soll („Sunnyi Melles liest Maeve Brennan ,Der Morgen nach dem großen Feuer‘“, etwa 75 Minuten, 12,90 Euro, März).

Im Frühling werden auch die ersten Bücher der Edition Folkwang/Steidl erscheinen. Das von dem Göttinger Verlag zusammen mit dem Museum Folkwang in Essen gegründete Verlagsimprint wird in Zukunft alle für das Museum Folkwang bestimmten Publikationen herausgeben. Damit sind nicht nur Kataloge zu Museumsausstellungen gemeint, sondern auch Veröffentlichungen in Form kulturgeschichtlicher Texte oder Bildbände über die verschiedenen Sammlungen des Museums. Unter anderem erscheint der Bilderband „Das schönste Museum der Welt. Museum Folkwang bis 1933“, in dem die Geschichte und Bestände des Hauses vor der Zeit des Nationalsozialismus rekonstruiert werden ( 340 Seiten, 38 Euro, März).

Gleich hinter dem Hamburger Hauptbahnhof beginnt der Stadtteil St. Georg. Im Frühjahr 1981 streifte hier Fotograf Dirk Reinartz durch die eher unansehnlichen Gassen und fotografierte die Bewohner. Heute sei der Bezirk wie so viele andere modernisiert und aufgewertet worden, so dass die Bilder wie Zeugnisse längst vergangener Tage wirken (Dirk Reinartz: „Hamburg – St. Georg 1981“, 96 Seiten, 32 Euro, im Frühling).

Eine ebenfalls verlorene Welt zeigt der Bildband „Neverland Lost“ von Henry Leutwyler. Indem er die Hinterlassenschaften des im vergangenen Sommer verstorbenen „King of Pop“ fotografiert, erschafft Leutwyler eine ganz andere Art des Porträts des Sängers, der nicht erwachsen werden wollte (Henry Leutwyler: „Neverland Lost. A Portrait of Michael Jackson“, 96 Seiten, 31 Euro, im Frühjahr).

Von Corinna Berghahn

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