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Bosse plaudert und singt mit textsicheren Fans

Konzert in der Musa Bosse plaudert und singt mit textsicheren Fans

Für Wohlfühl-Stimmung haben Axel Bosse und Band am Mittwoch in der Göttinger Musa gesorgt.

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Gekommen, um das Publikum glücklich zu machen: Axel Bosse in der Göttinger Musa.

Quelle: Heller

Die Zutaten für diesen Abend, bei dem die Konzertbesucher als gern gesehene Gäste verwöhnt wurden, waren einfach: Texter, Sänger und Gitarrist Bosse steht nicht nur als Musiker auf der Bühne, sondern auch als Kumpeltyp und Freund. Mit seiner offenen Art hat er das Publikum unglaublich schnell für sich gewonnen. Schon nach dem ersten Song braucht es nur eine kleine Aufforderung, und der gesamte Saal streckt seine Hände in die Höhe und klatscht im Takt. So zieht sich das durch das gesamten Konzert. Die textsicheren Bosse-Fans singen im Kanon mit der Band, oder ganz intim ein Stück, bei dem sie von Bosse nur auf der Akustikgitarre begleitet werden. Zwischendurch wird gesprungen und getanzt, wenn Bosse sich wünscht „das irgendwas explodiert“. Die Stimmung ist nah dran zu explodieren, aber sie tut es nicht. Das ist gut so, denn ein Wohlfühl-Abend braucht schließlich eher nette Aufmerksamkeiten als druckvolle Explosionen.

Aufmerksam spielt die Band hinter Bosse. Nie zu viel Rock aber immer mit der nötigen Energie, um den Independent-Pop-Songs den passenden Drive zu verleihen. Tanzbar wird es, wenn der Schlagzeuger Bassdrum und Hi-Hat unaufhaltsam im Dancebeat schlagen lässt. Bassistin Sonja Glass, die ihren ersten Auftritt des Abends in der Vorband „Boy“ hat, lässt den Bass nur knurren, wenn es wirklich erforderlich ist.

Gitarrist und Keyboarder ziehen gleich und liefern immer genau das, was gefragt ist, um die Studiosongs Bosses bühnentauglich umzusetzen. Das gelingt vortrefflich beim Titeltrack des jüngst erschienenen Albums „Wartesaal“. Am meisten freut sich das Publikum aber über die älteren und bekannteren Stücke wie „Liebe ist leise“.

Dass Bosse bei all seiner plauderigen Lockerheit nichts dem Zufall überlässt, wird jedem klar, der sich auf die gut durchdachte Bühnenshow einlässt. Der Sänger konzipiert die Lichteffekte gerne selbst, und schafft es dadurch, seinen Texten mehr Nachdruck zu verleihen, als es durch pure Musik möglich wäre. Die Straßenlaternen des Bühnenbilds leuchten auf, wenn Bosse von Leuchtfeuern singt. Der Bühnenhimmel erstrahlt hell, wenn es im Text himmlisch zugeht. Nur an einer Stelle ist das Text-Licht-Konzept zu aufdringlich – als man im Lied „Augen schließen“ gezwungen ist, dies aufgrund der grell-blendenden Lichteffekte tatsächlich zu tun. Dem gelungenen Konzert mit vielen Zugaben tut das keinen Abbruch.

Von Björn Dinges

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