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Konzert mit Brahms Liebesliedern

Städtisches Museum Konzert mit Brahms Liebesliedern

„Gang zur Liebsten“, „In der Ferne“ und „Trost in Tränen“ sind nur drei der zehn Lieder von Johannes Brahms, die am Sonnabend, 12. August, im Städtischen Museum bei „Brahms und Ritmüller. Lieder aus Göttingen“ aufgeführt werden.

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Michael Schäfer am restaurierten Tafelklavier im Städtischen Museum.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Gang zur Liebsten“, „In der Ferne“ und „Trost in Tränen“ sind nur drei der zehn Lieder von Johannes Brahms, die am Sonnabend, 12. August, im Städtischen Museum bei „Brahms und Ritmüller. Lieder aus Göttingen“ aufgeführt werden. Die Leipziger Altistin Susanne Krumbiegel wird am Tafelklavier der Firma „Ritmüller und Söhne“ von Michael Schäfer, Musiker und Autor, begleitet.

Was unterscheidet ein Tafelklavier von einem modernen Klavier oder Flügel? „Die Saiten im Tafelklavier verlaufen waagrecht, parallel zur Tastenreihe. Bei einem normalen Klavier sind die Saiten senkrecht nach unten aufgezogen“ erläutert Schäfer. Deshalb sei ein Tafelklavier zwar weniger hoch als ein normales Klavier, brauche aber mehr Platz in der Breite. „Bei zugeklapptem Deckel sieht es dann aus wie ein Tisch oder eine Tafel – daher der Name.“ Zudem umfasse die Tastatur beim Tafelklavier eine Oktave weniger als bei modernen Klavieren.

2016 restauriert

Das Göttinger Tafelklavier im Städtischen Museum wurde 2016 von der Pearl River Piano Group restauriert, nur deshalb kann es für Konzerte genutzt werden. Die Pearl River Piano Group, heute die weltgrößte Klavierfabrik, hatte den Firmennamen „Ritmüller“ gekauft und interessiert sich deshalb für das Stammhaus dieser traditionsreichen Firma in Göttingen.

Doch was hat das neu restaurierte Tafelklavier mit Brahms zu tun? Und welche Geschichte steckt hinter den Liebesliedern von Brahms?

„1853 besuchte Brahms für einige Tage Göttingen, um seinen Freund Joseph Joachim, einen berühmten Geiger, wiederzusehen“, erzählt Schäfer. Joachim habe Brahms in die musikalischen Kreise Göttingens eingeführt. Auf diese Weise fand sich Brahms eines Tages auch an den Instrumenten im Haus des Klavierfabrikanten Wilhelm Ritmüllers wieder. „Vielleicht hat er damals auch auf diesem Tafelklavier gespielt“, vermutet Schäfer. Das sei sogar recht wahrscheinlich, denn das Klavier wurde 1850 fertig gestellt und stand seit dem im Hause Ritmüllers, dem heutigen Städtischen Museum in Göttingen.

Leidenschaftliche Beziehung

Fünf Jahre später, mit 25 Jahren, kam Brahms erneut, diesmal für mehrere Wochen, nach Göttingen. „Er verliebte sich in die damals 23-jährige Agathe von Siebold. Die muss ein ziemlicher Feger gewesen sein“, erzählt Schäfer mit einem Augenzwinkern. Die beiden sollen eine intensive und leidenschaftliche Beziehung gehabt haben. Brahms: „Aber Fesseln tragen kann ich nicht“, womit er das Heiraten meinte, und so ging die Beziehung letztendlich auseinander. Überliefert sind jedoch zahlreiche Liebesbriefe, denen Brahms häufig auch selbst geschriebene Lieder beilegte. Ein Teil eben dieser Lieder wird am Sonnabend präsentiert. „Ich mag an Brahms besonders, dass seine Musik den Text interpretiert“ schwärmt Schäfer. Brahms Musik habe enorme Ausdruckstiefe- und reichtum.

Schäfer und Krumbiegel warten nicht nur mit Liedern, sondern auch einem Klavierstück von Brahms auf. Dieses Stück komponierte Brahms in Göttingen, doch kaum einer kennt es. „Das Stück ist erst 2011 bei der Versteigerung eines Albums in New York aufgetaucht“, erzählt Schäfer. Brahms habe ein Thema, das er zwölf Jahre später in seinem Trio für Horn, Violine und Klavier in Es-Dur wieder aufgreifen würde, verarbeitet.

Das Konzert beginnt um 18 Uhr im Tapetensaal des Städtischen Museums, Ritterplan 7 in Göttingen. Karten kosten 25 Euro und können an der Museumskasse zu den Öffnungszeiten im Vorverkauf (Donnerstag und Freitag 10 bis 17 Uhr sowie Sonnabend 11 bis 17 Uhr) oder an der Abendkasse. Weitere Informationen unter Telefon 0551/4002843.

Von Katrin Strassen

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