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Büchner-Abend im Jungen Theater Göttingen

Premiere mit Schauspielschülern Büchner-Abend im Jungen Theater Göttingen

Zwischen Szenen aus Georg Büchners Werken und biografischen Stationen des aus Hessen stammenden Dichters bewegt sich „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“. Unter der Leitung von Intendant Nico Dietrich und seinem Team entstand mit Studierenden der Schauspielschule Kassel ein Georg Büchner-Abend, der am Sonnabend im Jungen Theater Göttingen Premiere feierte.

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Voller Einsatz: (v.l.n.r.) Isabelle Heathcote, Robin Middeke, Katharina Brehl

 (v.l.n.r.) Isabelle Heathcote, Robin Middeke, Katharina Breh

 (v.l.n.r.) Isabelle Heathcote, Robin Middeke, Katharina Brehl

Quelle: Heise

Göttingen. Sie haben ein Destillat aus den Büchner-Werken Leonce und Lena, Woyzeck und Dantons Tod erarbeitet. So beschrieb Intendant Dietrich die Arbeit der Studierenden Katharina Brehl, Sophia Dobers, Daniela Drachholz, Isabelle Heathcote, Kristin Heil, Sebastian Freitag, Robin Middeke und Yorick Tortochaux.

Im Chor spricht das achtköpfige Schauspielensemble Auszüge aus  der revolutionären Flugschrift Büchners „Der hessische Landbote“ von 1834, in der der junge Medizinstudent Büchner die Ausbeutung der Landbevölkerung  und die Verschwendungssucht  der Herrschenden anprangert.

Das hatte sich bis dato noch niemand getraut. Die Flugschrift wird hektisch in den Zuschauerraum geworfen, denn  in Deutschland herrscht ein Klima der Angst. Dieses Klima transportiert sich schauspielerisch durch schreckensweite Augen und angespanntes Treiben, sowie die dunkle Bühne, die nur den Ausblick auf einen Galgen gibt. 

Weitere Termine:

Im Jungen Theater, Hospitalstraße 6, um 20 Uhr am  22., 23, 24. und 25. Februar. 

Büchners Vielschichtigkeit zeigt sich geschickt daran, dass er nicht nur von einer Person verkörpert wird und verdeutlicht die Mission dieses Abends: Wer war eigentlich dieser Georg Büchner? Auf jeden Fall einer, der das Wort liebte und beherrschte und vergeblich auf der Suche zu sein schien nach Gerechtigkeit und wahrer Moral. „Moral ist, wenn man moralisch ist“, lautet eine Tautologie in „Woyzeck“. So kommt es nur floskelhaft und leer aus dem Munde des Hauptmanns.

Mit viel jugendlicher Leidenschaft – die zuweilen etwas holprig und ungestüm anmutet – scheitert in rund 60 ambitionierten Minuten die französische Revolution, wird sich höfisch gelangweilt, „Ich bin noch Jungfrau in der Arbeit“, unter weißen Laken geliebt und aus Wahnsinn gemordet. „Schon 23 und noch nichts für die Unsterblichkeit getan“, heißt es in Schillers „Don Carlos“. Auf Georg Büchner, der in diesem Alter starb, trifft dies angesichts dieses bedeutenden literarischen Nachlasses nicht zu.

Von Marie Varela

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