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Bülent Ceylan feiert Tourabschluss in Lokhalle

„In Göttingen ist halt alles anders“ Bülent Ceylan feiert Tourabschluss in Lokhalle

Comedian Bülent Ceylan, der „Monnemer Türk“, hat am Sonntagabend in der fast ausverkauften Lokhalle seine aktuelle Tour beendet. Sein Programm „Kronk“ sorgte für Standing Ovations.

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Comedian Bülent Ceylan, der „Monnemer Türk“, hat am Sonntagabend in der fast ausverkauften Lokhalle seine aktuelle Tour beendet. Sein Programm „Kronk“ sorgte für Standing Ovations.

Quelle: Richter

Göttingen. Begleitet von Donnerschlägen und pyrotechnischem Feuerregen wird der 40-Jährige Mannheimer mit deutsch-türkischen Wurzeln in einer Zwangsjacke von einem Assistenten auf die Bühne gefahren – ganz im Sinne des Programmtitels „Kronk“ (hochdeutsch: „Krank“). Und dann legt der Comedian mit den schwarzen langen Haaren los. „Wisst ihr, was kronk ist? – Dass ein Komiker Präsident der USA wird. Seit Donald Trump finde ich sogar die Merkel sympathisch – das ist kronk!“ –  Ceylan heimst mit seiner bissig-direkten Art gleich zu Beginn viele Lacher ein. Vorurteilsbehaftete Witze über unterschiedliche Nationalitäten folgen, begleitet von viel Applaus.

Dass Ceylan nicht einfach ein Programm abliefert, sondern sein Publikum immer wieder miteinbezieht, kommt gut an – auch wenn es zulasten Einzelner geht. Da wird schon mal über den Phillip aus der Nähe von Friedland gewitzelt, oder über den Ortsnamen Reyershausen („Ihr wisst aber schon, was ‚reiern‘ bedeutet, oder?“). Und der Hans aus Niederösterreich bekommt auch sein Fett weg. Unfreiwillig witzig wird es, als Ceylan fragt, ob eine noch jüngere Zuschauerin als die zehnjährige Samira an diesem Abend in der Lokhalle sitze. Prompt kommt der Zwischenruf: „Ja, hier!“. Auf Nachfrage des Comedians stellt sich heraus, dass das rufende Mädchen schon 13 Jahre alt ist. „In Göttingen ist halt alles anders“, kommentiert der gebürtige Mannheimer.

Natürlich dürfen in einem Programm von Ceylan auch die beliebten Figuren nicht fehlen: Von Harald über den Muskel-Proll Hasan, bis hin zu Anneliese – das Publikum johlt bei jeder Performance. Höhepunkt des Abends ist der Auftritt des cholerischen Hausmeisters Mompfred, der mit einem Flammenwerfer bewaffnet richtig ausrastet.

Im Finale holt Ceylan die zehnjährige Samira und die „jüngere“ 13-jährige Zuschauerin namens Linda auf die Bühne – und auch der Niederösterreicher Hans wird nach oben gebeten. Sie müssen in die Rollen seiner Figuren schlüpfen, sehr zur Freude des Publikums.

Doch auch ernste Töne werden nicht ausgelassen. In Zeiten wie diesen solle sich niemand von Terroristen „das Lachen verbieten lassen“. Ceylan dankte dem Sicherheitsdienst, „dafür, dass ihr uns eine sichere Veranstaltung ermöglicht habt“. Der Abend endet im Konfettiregen mit dem Metal-Song „Der Arsch der Welt“ – „ein Lied gegen Nazis und alles andere, was böse ist.“

von Maren Iben

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