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Bunt gemalte Haut

Ausstellung „Shadow on the Wall“ in Göttingen Bunt gemalte Haut

Malte Hagen Olbertz ist ein vergnügter Mann. Sein Zungenschlag verrät seine Herkunft aus dem Rheinischen. Und Gaumenfreuden scheint er nicht abgeneigt. Zur Vernissage seiner Ausstellung „Shadow on the Wall“ am Donnerstagabend im Weißen Saal des Künstlerhauses hatte er eine Torte von Göttingens erster Tortenadresse mitgebracht, deren Teig mit Kirschwasser getränkt und die von Baiserbröckchen umhüllt wird.

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Zwischen gemalter Atelieransicht und kopfloser Figur: Malte Hagen Olbertz.

Quelle: Pförtner

Göttingen. „Ich konnte nicht widerstehen“, sagt er gegen Ende der Veranstaltung und genießt dabei sichtlich sein Kuchenstück. Seine Schau ist Teil des Konzeptes, dass der Verein Künstlerhaus fährt: Künstler aus der Region und deren Kollegen von auswärts ausstellen, damit beide sich gegenseitig in ihrer Arbeit befruchten.

Genaugenommen zeigt Olbertz Ausschnitte aus zwei Werkgruppen. In der größeren dominiert ein süßes Rosa, die kleinere ist nur vertreten durch ein großformatiges Werk, das durcheinandergestürztes Mobiliar zeigt, gesehen von schräg oben. Auf den ersten Blick haben beide Themen wenig gemein, auf den zweiten Blick offenbaren sich Berührungspunkte.

Olbertz, der tatsächlich mit zweitem Vornamen Hagen heißt und sich nicht, wie kolpotiert wurde, diesen Künstlernamen, zugelegt hat, weil er aus Hagen kommt, ist ein leidenschaftlicher Maler. Seine Motive ordnet er dem Pinsel und der Farbe unter. Er habe nicht Erzählerisches, sagt Olbertz und meint damit das Fehlen jeden Narrativen Ansatzes. Und die allegorischen Anklänge seinen Bildern? Die Figur, die traurig in ein rosa Clownsgewand gehüllt da sitzt, neben ihr diese beiden Eier und schräg davor die Kissen und Matratzen? Das rutsche ihm einfach rein in die Szenerie, erklärt Olbertz. Mit gewichtigem Inhalt sind diese Objekte also nicht aufgeladen.

Dann bleibt die Malerei, die Olbertz geradezu mittelalterlich, also in vielen Farbschichten entwickelt bis hin zu blauen Flecken auf einem Porträt seiner eigenen Hand. Spuren eines arbeitsreichen Malertages? Nein, sagt Olbertz. Haut male man eben bunt.

Lustvoll entwirft Olbertz mit seiner Malerei Faltenwürfe. Virtuos spielt er mit Licht, Schatten und Perspektiven, auch wenn hier und da ein Detail verrutscht. Dabei verzichtet der Künstler auf das Wiedergeben von Stofflichkeiten. Und die Farbe Rosa, die im Weißen Saal dominiert, gefällt ihm einfach. Mit schwul habe das nichts zu tun, es ärgere ihn, wenn Besucher den Bilder dies unterstellten.

Bis Sonntag, 8. Februar, dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, an den Wochenenden von 11 bis 16 Uhr im Künstlerhaus, Gotmarstraße 1 in Göttingen.

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