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Calexico im Kulturzelt an der Drahtbrücke

Wilder Stilmix in Kassel Calexico im Kulturzelt an der Drahtbrücke

Donald Trump, Präsidentschaftskandidat der Republikaner,  will eine Mauer zwischen den USA und Mexiko aufbauen. Die Band Calexico lebt musikalisch das Gegenteil. Sie vereint unter anderem kalifornische Popmusik mit dem Sound mexikanischer Mariachi-Bands. Am Mittwochabend waren die sieben Musiker im Kulturzelt zu Gast.

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Bandgründer und Kopf von Calexico: der Sänger und Gitarrist Joey Burns.

Quelle: pek

Kassel. Calexico klingt wie ein Kunstwort, dass sich zusammensetzt aus Kalifornien und Mexiko. Es ist aber auch der Name einer kleinen Stadt in Kalifornien unmittelbar an der mexikanischen Grenze. Nicht weit davon entfernt, in Tucson/Arizona ist die Band Calexico zu Hause, sieben Musiker unterschiedlicher Herkunft, US-Amerikaner darunter, ein Spanier und mit Martin Wenk auch ein waschechter Hesse aus der Nähe von Rotenburg. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Band einen verblüffenden Stilmix auf die Bühne bringt.

Typischer US-Pop trifft auf schallende Trompeten, die nach tiefstem Mexiko klingen. Singer/Songwriter-Melodien folgen auf Wüstenrock aus Arizona. Country and Western liegt da auch nicht fern. Folk ist auch dabei und natürlich eine ordentliche Prise Latin-Jazz. Einiges klingt nach Western-Filmmusik, anderes nach dem Psychedelic-Sound der 60er- und 70er-Jahre.

Langweilig wird so ein Konzert naturgemäß nicht. Das hat auch damit zu tun, dass die Musiker eine ganze Waggonladung an Instrumenten auf der Bühne abgekippt haben. Mindestens sieben Gitarren, eher mehr kommen zum Einsatz. Manchmal gönnt sich die Band vier Gitarrensounds gleichzeitig zu Bass, Schlagzeug  und Tasteninstrumenten.

Alle Musiker außer den Bandgründern Joey Burns (Gesang, Gitarre) und John Convertino (Schlagzeug, Percussion) bedienen im Laufe des Abends mehrere Instrumente und wechseln dabei ihre Positionen, ein munteres Treiben.

Dicht gedrängt steht das Publikum um sehr gut besuchten Kulturzelt. Viele swingen ein bisschen mit. Immer wieder fordern Burns und Wenk die Konzertbesucher zum Klatschen auf, irgendwann auch zum Schreien. Das klappt eher durchschnittlich. Burns beginnt dann auch, mit dem Publikum zu plaudern.

Er erzählt von einer Schreibblockade vor vier Jahren, als seine Zwillingstöchter gerade zwölf Monate alt waren. Für die sucht er nun Einhörner und Prinzessinnenoutfit als Mitbringsel aus Kassel. Kundige Besucher sollen ihm Bezugsquellen notieren.

Bemerkenswert präzise hat Calexico den Auftritt absolviert. Mit dem Spanier Jairo Zavala verfügt sie über einen Gitarristen, der erstaunliches an seinem Instrument leistet, das er meist solistisch spielt. Drummer Burns ist ein starker Drummer, Sergio Mendoza ein ebensolcher Keyboarder. Glockenklar singt Burns. Eine große Party – aber auch nicht mehr.

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