Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
„Camerata Bachiensis“ beendet die „Göttinger Reihe Historischer Musik“

Barocke Opernarien „Camerata Bachiensis“ beendet die „Göttinger Reihe Historischer Musik“

Die „Camerata Bachiensis“ hat am Donnerstag den vierten und letzten Abend der aktuellen „Göttinger Reihe Historischer Musik“ bestritten: Das Ensemble mit der Sopranistin Julia Kirchner in seiner Mitte überzeugte die Zuhörer in der sehr gut besuchten Uni-Aula mit barocken Opernarien und feiner Kammermusik.

Voriger Artikel
Ilma Rakusa zu Gast beim Literarischen Zentrum Göttingen
Nächster Artikel
Cynthia Nickschas & Friends im Göttinger Apex

Überzeugten durch feinaustariertes Zusammenspiel: „Camerata Bachiensis“.

Quelle: Vetter

Die großen Frauenfiguren aus den Werken Georg Friedrich Händels, Alessandro Scarlattis und Antonio Caldaras standen im Mittelpunkt des Programms. Kirchner füllte sie mit viel Leben. Die große theatralische Geste stand ihr dabei genauso zu Gebot wie eine beachtliche Koloratur-Geläufigkeit. Ihre Stimme nahm dabei weniger durch Liebreiz und zarten Schmelz für sich ein als durch ihre dramatische Präsenz. So hat man gewisse Pianissimi, wie sie etwa das „Piangero“ der Cleopatra aus Händels „Julius Caesar“ verlangt, schon bezwingender gehört. Die „grässlichen Furien“ („Furie terribili“) hingegen ließ die Sopranistin als Zauberin Armida mit feurigem Furor und leidenschaftlich in den Saal geschleuderten Spitzentönen auf die Hörer los.

Beeindruckend auch die instrumentalen Mitstreiter der Sängerin: Sie eröffneten den Abend mit der pointiert musizierten Ouvertüre zu Händels „Rinaldo“. Auch in Sonaten von Johann Melchior Molter und Giuseppe Sammartini bestachen Anne Kaun und Magdalena Schenk-Bader (Violinen und Viola), Philipp Weihrauch und Isolde Winter (Violoncelli), Roberto De Franceschi (Oboe und Traversflöte) und Julia Chmielewska (Cembalo) durch ihr fein austariertes Zusammenspiel. Mit dem Stück „Plays“ für Cembalo des tschechischen Komponisten Jiří Gemrot entsprach das Ensemble der Vorgabe des Veranstalters, auch ein zeitgenössisches Werk vorzustellen.

Die Besucher in der Uni-Aula applaudierten den Musikern begeistert und anhaltend. Wer als Gewinner aus dem Nachwuchs-Wettbewerb hervorgehen wird, bleibt indes abzuwarten. Denn neben der Jury stimmt das Publikum mit. Und dessen Votum per Stimmzettel steht noch aus.

Von Matthias Körber

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff