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Kapverdische Botschaften

Carmen Souza & Theo Pascal im Apex Kapverdische Botschaften

Carmen Souza ist mit ihren kapverdischen Wurzeln zu einer der wichtigen Weltmusik- und Jazz-Sängerinnen geworden. In enger Zusammenarbeit mit ihrem Produzenten und Komponisten Theo Pascal ist das aktuelle Album „Epistola" entstanden. Das Duo stellte es im Göttinger Apex vor.

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Carmen Souza im Apex Göttingen

Quelle: Linnhoff

Göttingen. Pascal gilt als Entdecker und Mentor von Souza. Seit mehr als fünfzehn Jahren arbeiten und spielen die beiden zusammen. In farbenprächtigem Kostüm betritt die aus Lissabon kommende Souza die Bühne, gefolgt von Pascal mit seinem markanten Schlapphut. Das Apex ist bis auf den letzten Platz gefüllt.

Zu ihrem sehr vielseitigen Gesang begleitet sich Souza auf der Gitarre und am Piano, kongenial unterstützt von Pascal am E- und Kontrabass. Der Titel des Albums   „Epistola" ist dem lateinischen Wort für „Brief” entnommen. Musikalische Botschaften wollen sie vermitteln, wie Souza in ihrer charmanten Begrüßung mit deutschen Worten erklärt. In der Folge präsentieren sie einen lockeren, rhythmisch abwechslungsreichen Trip zu Souzas kapverdischen Wurzeln, vermischt mit Latin, Bebop, Jazz und portugiesischer Musik.

„Song for my father“, eine Ode an Souzas Vater, ist der Start ihrer musikalischen Reise. In dem Lied schlägt Pascal seine Basssaiten nur mit einem Besen an. Zu Horace Silvers "Cape Verdian Blues" hat Souza einen Text über den berühmten kapverdischen Schnaps, den Grog, geschrieben. Wenn dieser mal nicht verfügbar ist, befällt die Bewohner in der Regel der kapverdische Blues. In „CV Railways“ wartet ein Träumer auf den Kapverden auf einen Zug, der ihn in die weite Welt bringen soll, obwohl es dort gart kein Bahnnetz gibt. Das Publikum darf dazu mit einem kräftigen „Tchutchu“ die Klänge der alten Züge imitieren.

Die Lieder des Duos strahlen meist Nähe und Intimität aus. Ihr lockeres, intensives Zusammenspiel bereichern sie immer wieder mit kleinen Improvisationen. „Sodade“, der Hymne der Kapverden, geben sie A-capella nur mit karger Perkussionsbegleitung einen sehr intimen Anstrich. Das musikalische Kleinod „Sous le ciel de Paris“ kommt mit gestrichenem Bassklängen charmant, fröhlich daher. Mit ansteckender Spielfreude lassen sie brasilianische Schwingungen übergehen in afrikanische Klänge hin zu dem bekannten „Pata Pata“. Mit Glen Millers „Moonlight Serenade“ bedanken sie sich bei den Besuchern für deren intensive Unterstützung.

Diese verabschieden das außergewöhnliche Duo mit großem Beifall für ein Konzert mit ganz intensiven Momenten und faszinierender Musikalität.

Von Jörg Linnhoff

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