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Celina Bostic und Fee im Nörgelbuff Göttingen

Singer/Songwriterinnen Celina Bostic und Fee im Nörgelbuff Göttingen

Die 34-jährige Berliner Sängerin Celina Bostic hat als Background-Sängerin für Max Herre und Udo Lindenberg gesungen, war Frontfrau ihrer Band Sedoussa und gehört fest zu Farin Urlaubs Racing Team.

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Ganz natürlich und mit Wortwitz: Celina Bostic.

Quelle: Linnhoff

Göttingen. Die 34-jährige Berliner Sängerin Celina Bostic hat als Background-Sängerin für Max Herre und Udo Lindenberg gesungen, war Frontfrau ihrer Band Sedoussa und gehört fest zu Farin Urlaubs Racing Team. Nun hat sie ihr „Lagerfeuer Soul“ und ihr zweites Soloalbum „Zu Fuß“ in den Nörgelbuff geführt.

Bostic hat ihre eigene Bühnendeko mitgebracht. Bunte Buchstaben auf Stativen formen ihren Namen und das „I“ des Vornamens ist eine kleine Tischlampe. Nur mit Gitarre und Loopstation ausgerüstet, betritt sie die Bühne. Zungeschnalzen, Finger Snapping und vocale Töne werden per Loop zum Grundrhythmus. Ein zusätzlich eingesungener Chorus lässt das Ganze wie eine komplette Bandbegleitung klingen.

„Ein Zug fährt Richtung Irgendwo, und wir zwei sitzen drin“, singt sie in „Irgendwo“. Beschwingt begleitet auf ihrer Gitarre, fordert sie das Publikum auf, Zuggeräusche beizusteuern. „Wunderschöner Ort, es ist knackevoll, es könnte nicht besser sein.“ Mit ihrer natürlich, federleichten Art und ihrem Wortwitz nimmt sie die Besucher umgehend mit.

Ihre Texte sind gespickt mit humorvollen Anspielungen, dabei tiefgängig und verträumt zugleich. „Wann kommst du?“, ein älteres Stück, wird nun zu einer aktuellen Anspielung auf ihre sichtbare Schwangerschaft. Über die verlorenen Schmetterlinge im Bauch, die irgendwann zu Motten werden, sinniert sie in der Ballade „Alles was zählt“. „Zu Fuß“ ist ein Lied für die Langsamkeit und eine Botschaft an alle, die schon mal einen Burnout hatten. Die Elektropopgruppe „Großstadtgeflüster“ stand Pate für den adaptierten Song „Kartoffelsuppe“, der übergangslos zu Michael Jacksons „Billy Jean“ wird.

Textsicher erweisen sich die meisten Besucher bei „Papa“, einem Ohrwurm voll positiver Energie, den die Sängerin mit ihrem „Bostic-a-cappella-Special-Oper-Solopart“ zum emotionalen Glanzlicht des Abends macht. Geteilt nach Geschlechtern, darf das Publikum den kecken Refrain „Alles Stricher außer Papa“ singen. Ein augenzwinkerndes Spiel mit Geschlechterklischees und eine jazzige Hymne an ihren Vater zugleich.

Bostic bezaubert mit Herz, Humor und ansteckender Leichtigkeit. In „Religion“ singt sie zum Ende die Zeile„… heute hab ich mir einen schönen Tag geschenkt“. Sie hat dem begeisterten Publikum einen stimmungsvollen Abend geschenkt, den die Singer/Songwriterin Fee aus Marburg mit ebenso eindringlichen Liedern zur Gitarre über „Kleinstadtlichter“ oder einen in ganz Frankfurt-Bornheim bekannten Paketboten eröffnete.

Von Jörg Linnhoff

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