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Chanson-Festival in Göttingen

Kino Lumière Chanson-Festival in Göttingen

Gläser, Glocken und ein Hammer – beim 1. Niedersächsischen Chanson Festival kamen ungewöhnliche Instrumente zum Einsatz. Drei Duos aus Deutschland, Belgien und Frankreich sind bei dem Chanson-Abend im überfüllten Kinosaal des Lumières aufgetreten.

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Marie Eve Ronveaux und Olivier Terwagne

Quelle: Heller

Göttingen. Das Programm bestand aus Interpretationen der Klassiker des Genres und moderneren Eigenkompositionen. Schon zu Beginn des Abends wurden einige Zuschauer ungeduldig und versuchten durch Klatschen, die ersten Künstler auf die Bühne zu zitieren.

 

Maja Hilke, Organisatorin des Festivals und Sängerin des deutschen Duos Mauve, entschuldigte sich für die Verspätung: „Wie bei jedem ersten Mal hatten wir einige Probleme zu bewältigen. Bei den Proben sind uns drei Kabel durchgebrannt und eine Gruppe ist eben noch auf der Autobahn hängen geblieben.“ Dann aber begann der Abend doch noch mit dem musikalischen Auftakt von Mauve. Hilke sang, während Malte Hollmann sie auf Akkordeon und Klavier begleitete. Hilke spielte mit der Stimme, sang mal hoch, mal tief und mysteriös. Über die musikalische Interpretation des Gedichts „Le serpent qui danse“, „Eine tanzende Schlange“, meinte sie augenzwinkernd, Baudelaire sei dem Absinth wohl nicht ganz abgeneigt gewesen.

 

Moderner wurde es mit Olivier Terwagne und seiner Cellistin Marie Eve Ronveaux. In seinem zu großen Anzug am alten Klavier des Lumière mit seinen seitlich angebrachten Kerzenhaltern, sah Terwagne zwar fast selber aus wie eine Antiquität. Die Texte seiner Lieder kontrastierten sein Auftreten jedoch häufig, denn er sang von der Online-Partnersuche und seinem Pessimismus in Bezug auf die heutige belgische Gesellschaft. Der Sänger nutzte die ganze Bühne, während er flink hin und her wuselte, um während eines Liedes mehrere Instrumente spielen zu können. Auf bunten Glocken, Gitarre, Klavier, Melodica, Akkordeon und einem Miniklavier begleitete der Belgier seinen Gesang.

 

Michel Avalon und Dorine Duchez aus Südfrankreich rundeten mit ihrem Auftritt das Abendprogramm ab. Avalon interpretierte Lieder von George Brassens und Léo Ferré. Duchez spielte Cajon und brachte die Triangel mit einem Hammer zum Klingen. Ihr Akkordeonspiel ließ die vorangegangen Akkordeoneinlagen der anderen Künstler weit hinter sich. Das Publikum entließ die drei Ensembles unter großem Applaus.

 

Von Jorid Engler

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