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Cheltenham Symphony Orchestra in der Dransfelder Stadthalle

Fesselnde Steigerung Cheltenham Symphony Orchestra in der Dransfelder Stadthalle

Ein romantisches Programm präsentierte das Cheltenham Symphony Orches­tra (CSO) am Sonntag in der Dransfelder Stadthalle: Auftakt einer kleinen Deutschlandtour, die über Göttingen nach Mönchengladbach führt. Zu hören waren Werke von Sibelius, Mendelssohn und Dvořák. Das Publikum war begeistert.

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Mit romantischem Programm: Symphoniker aus Cheltenham.

Quelle: Heller

Dransfeld. Das Orchester setzt sich aus Musikliebhabern, Studenten und Berufsmusikern zusammen. Da gibt es beispielsweise Ärzte, Rechtsanwälte und Mitarbeiter des GCHQ (Govern­ment Communications Head­quarters). des in Cheltenham ansässigen britischen Nachrichtendienstes. Der GCHQ ist der größte und geheimste Arbeitgeber in Cheltenham.

Das Arbeitspensum dieses Liebhaberorchesters ist deutlich größer als das des Orchesters Göttinger Musikfreunde, das strukturell ähnlich zusammengesetzt ist. So gibt das CSO im Jahr rund sechs Konzerte, dreimal so viel wie die Göttinger Kollegen. Bei den ersten drei Konzerten dieses Jahres unter dem Motto „Nordlichter“ haben sie drei Sibelius-Symphonien und Instrumentalkonzerte von Sibelius, Grieg und Nielsen einstudiert. Auf der Deutschland-Tournee wirken auch drei Studenten der Musikhochschule Detmold mit. Rund 50 Musiker umfasst das CSO – das Podium der gut besuchten Dransfelder Stadthalle war weit in den Saal hinein erweitert.

Die „Finlandia“ von Jean Sibelius stand am Anfang, eine Musik mit blechgepanzertem Nationalstolz, die das Orchester unter der energisch-zupacken­den Leitung von David Curtis zwar nicht immer in höchster Präzision, aber voller ansteckender Begeisterung spielte. Vier Sätze aus Felix Mendelssohns „Sommernachtstraum“-Musik schlossen sich an, der man hier und da noch etwas mehr Duftigkeit gewünscht hätte. Doch die strahlend-festlichen Klänge des abschließenden Hochzeitsmarschs sorgten zur Pause schon für gehobene Stimmung.

Die entwickelte sich im anspruchsvollen Schlussstück des Abends, der Symphonie „Aus der Neuen Welt“ von Antonín Dvořák, zu ausgewachsener Begeisterung. Schon im schwungvollen Kopfsatz und im tänzerischen Scherzo hatte Dirigent Curtis für viel Elan gesorgt, dem er im ausdrucksstarken Largo manch schöne lyrische Passage gegenüberstellte. Aber das lodernde Feuer, das er im Finale entfachte, war eine fesselnde Steigerung – das Lächeln, mit dem Curtis seine Musiker anspornte, trug schönste Früchte. Für den begeisterten Applaus bedankten sich die Gäste aus Göttingens Partnerstadt mit dem getragenen „Nimrod“-Satz aus Edward Elgars Enigma-Variationen.

Am Montag, 27. Juli, gibt das Cheltenham Symphony Orchestra ein weiteres Konzert in der Göttinger St.-Johannis-Kirche. Auf dem Programm stehen Kompositionen von Edward Elgar, darunter das Cellokonzert e-Moll, und die zweite Symphonie von Jean Sibelius. Beginn ist um 20 Uhr.

Von Michael Schäfer

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