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Chris Thompson im Göttinger „Musik-Hör-Saal“

Bloß keine Experimente Chris Thompson im Göttinger „Musik-Hör-Saal“

Getönte Brillengläser, blaue E-Gitarre: Chris Thompson, ehemaliger Sänger von Manfred Mann’s Earth Band, ist im „Musik-Hör-Saal“ der Fakultät für Chemie der Universität aufgetreten. Der Rocksänger stellte Klassiker seines Repertoires und – zum dritten Advent – Weihnachtslieder vor.

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Quelle: Heller

Göttingen. Thompson kann sich bei seinem Auftritt auf altbewährte Erfolgsrezepte verlassen. Dazu gehören „Blinded by the Light“, „For you“ oder „You’re the Voice“. Thompson singt und spielt sie in der originalen Rockversion. Unterstützt wird er dabei von den fünf Mitgliedern der Mads-Eriksen-Band auf E-Gitarren, Schlagzeug, E-Piano und Saxofon. Der Frontmann der Gruppe unterbricht seinen Gesang immer wieder für lange Solo-Einlagen auf der E-Gitarre, sodass einige Zuhörer vielleicht zwischendurch vergessen, welches Lied er gerade spielt, bevor es im Text weitergeht. Doch als E-Gitarrist Eriksen nur auf dem Gitarrenhals spielt und der Drummer mit einem fetzigen Solo beeindruckt, ernten auch sie großen Applaus des Publikums.

 

Die Ansätze einer Bühnenchoreografie fallen bei Thompson und seinen Mitstreitern eher dürftig aus. Zu manchen Beats von ihrem Schlagzeuger hüpfen sie synchron im Takt. Im Mittelpunkt des Konzerts steht die tiefe, rauchige Stimme des englischen Sängers, der laut und ausdauernd singt, und bei der Ballade „For you“ in gefühlvolle, samtige Tonlagen wechselt.

 

Der Chemie-Hörsaal ist nicht der richtige Ort für ein Rockkonzert. Auch wenn die Akustik gut sein mag, womit die Konzertreihe für sich wirbt: die Zuhörer auf Stuhlreihen hinter den Ausklapppulten einzuklemmen, ist der Stimmung nicht zuträglich. Viel mehr als ein Kopfwippen oder Klatschen im Takt ist da nicht drin, auch wenn viele der Songs zu mehr Bewegung einladen.

 

Da die Experimente, die normalerweise das Vorprogramm zu den Konzerten in der Chemie darstellen, dieses Mal ausfielen, erzählt der 68-jährige Sänger von seinem Chemieunterricht. Er habe eine Chemikalie in Brand gesteckt, die dann funkensprühend explodierte, was ihm zwar viel Ärger einbrachte, aber: „Das war es echt wert.“

 

„Scheiße. Come on!“, tadelt der Brite seine Göttinger Zuhörer, als sie ihm nicht überzeugend genug „Run, Run, Rudolph“ zurufen. Mit seiner Zugabe kommt weihnachtliche Stimmung auf mit rockigen Varianten von „Santa Claus is Coming to Town“ und „Run, Run, Rudolph“. Ein unterhaltsamer Abend, nicht nur für langjährige Fans.

 

Von Jorid Engler

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