Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Christiane Eiben zum Kultursommer im Alten Rathaus Göttingen

Zwei Stimmen, zwei Gitarren Christiane Eiben zum Kultursommer im Alten Rathaus Göttingen

„Blue moon“ steht im englischsprachigen Raum für einen zweiten Vollmond in einem Monat und bezeichnet umgangssprachlich etwas sehr Seltenes. So passte der Programmtitel zum Verlauf des Abends, denn dieser sollte sehr besonders werden.

Voriger Artikel
Publikum feiert Lisa Simone im Kulturzelt Kassel
Nächster Artikel
Literaturherbst Göttingen: Gerhard Henschels mit neuem Buch

Göttingen. Der Kontakt zwischen Christiane Eiben und Sandie Wollasch ist auf einer Peter Kraus Tour entstanden, bei der sie, wie auch der Gitarrist und Sänger Markus Gahlen, als Backgroundchor gebucht waren.

Der rege Austausch in den Pausen der Tour gebar die Idee zu einem gemeinsamen Projekt, zu dem Wollasch noch ihren langjährigen musikalischen Partner, den Gitarristen Matthias Hautsch, mitbrachte.

Mit einer freien Improvisation zum Thema von „Der Mond ist aufgegangen“ eröffnet Gahlen auf der akustischen Gitarre wohlklingend den Abend. Aber der Programmtitel dient nur als Wegweiser. So gibt es im Laufe des Abends viele Lieder zu hören, in denen der Mond keine Rolle spielt.

Mit „The stars were mine“ von Melody Gardot beginnen die vier Musiker stimmungsvoll ihre gemeinsame Wilderei quer durch die Pop- und Rockgeschichte. Thin Lizzys „The boys are back in town“ grooved kräftig und ist ein erster Mitsinger. Zu Ed Cobbs „Tained Love“, in der Version von Soft Cell ein Welthit, erinnert sich Wollasch an ihren ersten Kinderdiscobesuch. Das Stück wird zum Rocksong.

Wollasch und Eiben geben ihr mächtiges Stimmpotenzial solistisch wie auch im Duett eindrucksvoll zum Besten. Beide Gitarristen glänzen mit variationsreichen solistischen Darbietungen und kongenialem Zusammenspiel, obwohl sie sich erst am Vortag kennengelernt haben.

Gahlen setzt in seinem gefühlvollen Spiel eher folkig-jazzige Schwerpunkte, während Hautsch seiner akustischen Gitarre geradezu ein Feuerwerk an Ideen, Grooves und perkussiven Elementen entlockt.

Der geladene „Special Guest“ zum Ende des ersten Sets ist leider erkrankt. So muss die alte Blockflöte von Wollasch einspringen, wenn diese mit dem alten Schulinstrument und laszivem Gesang eine herrlich schleppende Version des Queen Klassiker „We will rock you“ anstimmt.

Mit einer furiosen Fassung von Mason Williams´ „Classical gas“ startet  Hautsch den zweiten Set. „Zu „Blue moon“ schleicht sich Wollasch zurück auf die Bühne und windet sich mit teils opernhaftem Gesang durch das Stück. Weitere improvisierte Lieder zum Thema „Mond“ folgen, bevor Gahlen seine wohlige Stimme dem John Mayer Song „Neon“ leiht.

Paul Ankas „Put your head on my shoulder“ und mehrere Zugaben beenden unter großem Applaus einen abwechslungsreichen Abend mit beeindruckenden musikalischen wie stimmlichen Darbietungen.

Von Jörg Linnhoff

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff