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Neu am DT: Christoph Türkay

Serie „Unsere Schauspieler“ Neu am DT: Christoph Türkay

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor, die neu in die Ensemble gekommen sind. Christoph Türkay hat ein Engagement am Deutschen Theater.

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Lieber Haxe oder Salat?

Quelle: Arne Bänsch

Göttingen. Selbstverständlich muss die Frage gestellt werden, auch wenn sie ganz sicher nicht zum ersten mal im Raum steht: Woher stammt der Nachname des Schauspielers Christoph Türkay. Der lacht. Die Leute glaubten meistens, weil es so naheliegend sei, könne der Name nicht aus der Türkei stammen, sagt er. „Doch türkischer geht es nicht.“ Sein Großvater väterlicherseits stamme von dort. Er selbst ist 1986 in Frankfurt/Main geboren und dort auch aufgewachsen. An der Theaterakademie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg hat er sein Studium absolviert. Sein erstes Engagement erhielt er Spielzeit 2012/13 am Staatstheater in Mainz, wo er zwei Spielzeiten blieb. Anschließend arbeitete er frei.

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Christoph Türkay ist neu im Ensemble des Deutschen Theaters Göttingen.

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Viele Rollen musste er in den Jahren lernen. Die Herangehensweisen sind dabei sehr verschieden, „so unterschiedlich wie die Muschelarten im Meer“ sagt er. Wie er darauf kommt, wird sich später zeigen. Er selbst müsse dabei gedanklich ausschwärmen, sagt Türkay. Langsam vervollständige sich dann das Bild. „Wort für Wort lernen? Da mache ich dicht.“

Sitzt der Text, steht bald die Premiere an. Was macht er vor der ersten Erstvorstellung? „Ich räume gerne auf“, sagt Türkay, „das mache ich sonst nicht so gerne“. Und am Tag vorher gehe er gerne gut essen. „Oder in die Sauna.“ Und nach der Premiere? „Dann geht die Energie in den Keller, und ich ruhe mich aus. Manchmal gehe ich auch wandern oder zum Bogenschießen.“

Eine weitere Sportart praktiziert Türkay zur Entspannung: „Boxen“. Das sei zwei Jahre lang Pflichtfach in der Schauspielschule gewesen, erklärt er und tänzelt mit den Fäusten vor dem Gesicht vor dem Tageblatt-Fotografen. In Göttingen wolle er bald einen Club besuchen, „den ASC, dort gibt es mittwochs eine Boxeinheit, die mit den Proben passt“.

Göttingen habe er noch nicht so intensiv kennen gelernt, erklärt Türkay und benennt auch den Grund. Er wohnt in Deiderode auf einem alten Reiterhof. Das habe einfach gepasst. Inzwischen hat er dort schon seine dritte Reitstunde. Seinen Urlaub verbringt er allerdings bislang noch nicht auf dem Pferderücken. Er sei dann viel draußen, gehe wandern und engagiere sich in einem Umweltschutzprojekt. „Da pflanzen wir viele Bäume.“ Und zieht es in dann eher ans Meer oder in die Berge? „In die Berge“, sagt er sehr bestimmt. Dort habe er ein viel größeres Gefühl von Freiheit. Was eigentlich komisch sei, denn sein Vater sei Meeresbiologe und er selbst als Helfer mit zur See gefahren. Dort findet sich auch die Erklärung zu der Muschel-Metapher.

Später dann sei er zu den Aufnahmeprüfungen der Schauspielschulen gegangen, sieben Schulen und acht Vorsprechen habe er gebraucht, um angenommen zu werden. Wie fühlt sich das dann an? „Der Kopf platzt, das Herz sprüht über, ein geiles Gefühl. Aber es dauert ganz schön lange, bis man es kapiert hat.“

Die Vorsprechen nach der Schule an den Theatern verliefen unter anderen Vorzeichen. Man wolle beweisen, was man gelernt hat. Und Türkay ist überzeugt: Man kommt an das Haus, das zu einem passt.“ Demnach muss das Deutsche Theater Göttingen prächtig zu ihm passen. Dreimal sei er zum Vorsprechen eingeladen worden – ohne dass er sich beworben hatte. Beim ersten Mal habe es eigentlich keine Stelle gegeben habe Intendant Erich Sidler ihm erzählt und dennoch Interesse an einer Verpflichtung gehabt. Das habe sich offenbar auch nach einem zweiten Besuch nicht geändert. Ein Jahr später dann das dritte Vorsprechen und das Engagement. Ob er denn nicht lieber in Hamburg wäre? „Nein“, sagt Türkay wieder sehr bestimmt. „Da war ich doch so lange.“ Mehr noch: „Ich fühle mich gerade sehr wohl. Hier herrscht eine wahnsinnig gute Atmosphäre. Ich komme gerne zur Arbeit.“

Von Peter Krüger-Lenz

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