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Comedy Company mit Gast Lee White im Lumière Göttingen

Würfeln um das Leben Comedy Company mit Gast Lee White im Lumière Göttingen

Zombies in einer Waldhütte, Liebesgefühle im Raumschiff und ein Familiendrama auf dem Müllplatz: „Alles ist möglich“ lautete das Motto der Impro-Uberraschungs-Show am Freitagabend im Göttinger Lumière. Die Comedy Company hat mit ihrem kanadischen Gast Lee White gezeigt, was aus ein paar Vorgaben des Publikums und in deutsch-englischem Kauderwelsch improvisiert so alles möglich ist.

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Impro-Show: Göttinger Comedy Company mit Gast Lee White im Lumière Göttingen.

Quelle: Heller

Göttingen. Die erste Hälfte des Abends gehört dem Gast aus Winnigpeg und seiner Soloshow, zu der er Freiwillige auf die Bühne bittet.

Lee White von den „Crumbs“ ist ein Könner seines Faches. Seine Improgruppe gilt weltweit als eine der besten überhaupt. So sind auch die vier Wagemutigen, die sich auf ein Impro-Abenteuer einlassen, in den besten Händen.

Vier Szenen werden gespielt. Die unerfüllte Liebe einer Zwei-Mann-Besatzung in einem Raumschiff eröffnet die Show. Danach verliert ein Grabgräber ob seines zerbrochenen Spatens namens „Percy the pink spade“ seine Leidenschaft, findet dafür eine neue Passion.

Flirten ist mit der schlagfertigen Zuschauerin Gisela in einer „heißen und stinkenden“ Metzgerei angesagt. Und auf einer Müllkippe führt ein Vater-Tochter-Drama zwischen Alkoholismus, ehrlichen Geständnissen und Elektro-Abteilung zu einem versöhnlichen Happyend.

Entspannt, behutsam und je nach Temperament lässt White seinen Spontan-Partnern den nötigen Raum für eigene Ideen, nimmt deren Vorlagen an, fügt eigenes dazu, dreht, wo angebracht, dramaturgisch etwas nach und spielt die Bälle wieder zurück.

Der Kanadier, der sein Wissen um die Improvisationskunst auch in Workshops vermittelt, lässt die Freiwilligen auf der Bühne als gleichwertige Partner glänzen. Es ist faszinierend mitzuerleben, wie Charaktere und Geschichten aus dem Nichts entstehen.

Mit Leichtigkeit und immer auf den Punkt bringt der Impro-Profi die nötige Tiefe ins Spiel, und als hervorragender Schauspieler gibt er den Figuren aus dem Moment heraus Gefühle.

Danach kommt die Comedy Company auf die Bühne zu ihrem Gastkollegen und zu Musiker Michael Zalejski, der wie gewohnt mit viel Fingerspitzengefühl für Atmosphäre sorgt. Drei Geschichten in drei Genres werden angespielt und das Publikum entscheidet, welche Geschichte bis zum Ende erzählt werden soll.

Ein Detektiv-Krimi à la Raymond Chandler und ein Zombiefilm um einen halbtoten Jäger (herrlich unheimlich: Stefan Graën) und eine Geocacherin in Not (wunderbar huschig: Katrin Richter) bleiben auf der Strecke. Ein intellektueller französischer Kunstfilm mit Tanzeinlagen, der zwischen Bibliothek und Moulin Rouge spielt, macht das Rennen.

Lars Wätzold als verschrobener Pierre und Lee White als Monsieur Jacques philosophieren und würfeln bei einem Schachspiel um das Leben. Eine wahrhaft hintergründige, absurd-komische Geschichte, eine ausgelassene und kurzweilige Show.

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