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Cro bringt die Göttinger Lokhalle zum Beben

Konzert Cro bringt die Göttinger Lokhalle zum Beben

Normalerweise ist das Löschen des Lichts das Zeichen ins Bett zu gehen. Bei Cro reicht dieser einfache Effekt aus, um das Publikum in Euphorie zu versetzen. Kurz darauf sagt er die magischen Worte: „Hi Kids, ich bin Carlo. Hebt die Hände und gebt mir ein Hallo“, und ein „Hallo!“ erschallt 7000-fach zurück. Die Lokhalle bebt vor Begeisterung.

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Carlo Waibel, alias Cro.

Quelle: Heller

Göttingen. Cro, das ist der Typ mit der Pandamaske. Der selbsternannte King of „Raop“, der Peter Pan des Musikgeschäfts, der Strahlemann vor dem Hip-Hop-Herrn.

Carlo Waibel, alias Cro, ist vor allem der zur Zeit erfolgreichste Rapper Deutschlands, auch wenn so mancher sagt, das sei kein Hip-Hop, das sei „nur“ Pop. Ihm kann es mächtig egal sein, was die anderen sagen. Die Lokhalle ist jedenfalls ausverkauft.

Gerade hatte noch die Vorband „Konvoy“ vom „Kinderzimmer-Star“ gerappt und nun liefert der Pandamann das lebendige Beispiel dafür. Die meisten in der Lokhalle haben sein Konzert als Gelegenheit für einen Familienausflug genutzt. Das ist dann mitunter ein bisschen witzig, wenn die Familienväter ihre Töchter auf die Schultern nehmen und alle gemeinsam „My chick is so bad“ singen. Cros Markenzeichen ist halt die unschuldige Lässigkeit und nicht die vielbeschworene Realness der Hip-Hop-Gangster. Und damit füllt er eine Marktlücke. Kinder- und jugendfreundlich.  

Dass sie ihn lieben, ist keine Wunder, schlaksig und charmant ist er, und er trägt diese niedliche Maske – am liebsten würde man ihn direkt von der Bühne einpacken und als Stofftier mit nach Hause nehmen.  

Die Show selbst ist abwechslungsreich. Für das Auge gibt es eine Multivision-Show mit graphischen Effekten, und zwischendurch holt Cro Fans auf die Bühne. Die dürfen dann singen oder mit ihm ein paar Selfies schießen. Bei „Allein“ geht sogar der Sternenhimmel auf und ganz am Ende gibt’s noch ein dickes Feuerwerk.

Zwischendrin wirkt er allerdings ein bisschen unmotiviert, vor allem bei seinem größten Hit „Einmal um die Welt“, da singt er nur jedes dritte Wort und lässt das Publikum den Rest erledigen. Natürlich sind die Fans textsicher, aber ein bisschen ist die Enttäuschung doch da, wenn der Star nicht volle Power gibt, gerade bei den Liedern, die einem am meisten im Ohr sind.

Dafür spielt er sein gesamtes Repertoire mit Live-Band und hat auch noch ein paar Extras dabei. Seinen Kumpel Teesy und Bruder Dajuan nämlich, die dürfen dann beide auch mal ans Mikrophon und ihr Material vorstellen. Alles in allem liefert Cro ein gute Show ab, vor allem seine weiblichen Fans, die schon in den Morgenstunden vor der Lokhalle campiert hatten, um möglichst gute Plätze zu bekommen, haben es sicherlich genossen.

„Das kann man gar nicht glauben, dass kleine Mädchen so laut sein können“, kommentiert Cro die Reaktionen. Doch, doch, schreien können sie und eigentlich ist Cro auch schon längst daran gewöhnt.

Von Serafia Johansson

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