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Crossover von Klassik und Jazz

Quadriga Consort in der Alten Fechthalle Crossover von Klassik und Jazz

Nichts für Puristen: Ein Ensemble für Alte Musik mit einer Jazzsängerin als Frontfrau spielt traditionelle schottische, englische und irische Lieder und Tänze. Doch genau dies ist das Erfolgsrezept des Quadriga Consorts. Am Sonntag gastierte das österreichische Ensemble erneut in der Alten Fechthalle.

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Sängerin Ulrike Tropper mit jazzig modulierter Stimme.           

Quelle: HW

Göttingen. Das Konzept des Septetts ist einfach: Die Musiker spielen traditionelle Musik von den britischen Inseln auf typischen Instrumenten der Vor-Klassik-Ära wie Blockflöten, Gamben, Cembalo, dem Basse de Violon und verschiedenen Trommeln. Dadurch klingt diese Folkmusik plötzlich wesentlich wärmer, erhält einen zurückhaltenden Charme und ist sehr filigran.

Dann ist da noch die Jazzsängerin Ulrike Tropper. Mit ihrer gern jazzig modulierten, runden Stimme fügt sie diesem Klassik-Folk-Crossover eine weitere Dimension hinzu: Die alten Lieder wirken bei ihrem Gesang ganz modern. Dabei haben es die Texte in sich: Beispielsweise handelt ein bitterböses Lied von einer Frau, die ihren Mann umbringen möchte und dabei selber stirbt.

Mysteriös ist ein Lied über eine Frau, die nachts von ihrem verstorbenen Geliebten besucht wird. Ein anderes beschreibt die Herstellung von Whiskey. Es gibt gutgelaunte Seemanns- und Piratenlieder, eine verträumte Ballade über die Schönheit Irlands und sogar ein poetisches Liebeslied mit reichlich Pop-Appeal.

Doch so unterhaltsam das von dem Cembalisten Nikolaus Newerkla moderierte und arrangierte Repertoire auch ist – der Blick auf die Details lohnt: Karin Stilldorff und Angelika Huemer spielen hochvirtuose Blockflöten-Duette. Dominika Teufel schmückt die Lieder auf der Alt-Gambe sehr lyrisch aus. Perkussionist Laurenz Schiffermüller soliert brillant auf der Rahmentrommel. Philipp Comploi rundet das Klangbild auf dem selten zu hörenden Basse de Violon tief und mit rhythmischem Gespür ab.

Das Publikum applaudiert stürmisch und singt bei der frech-fröhlichen Zugabe „What shall we do with the drunken sailor“ entzückt mit. Ist das noch Alte Musik? Folk? Jazz? Beim undogmatischen Quadriga Consort begeistern die Grenzüberschreitungen und Verschmelzungen von Musikstilen.

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