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Cynthia Nickschas & Friends im Göttinger Apex

Emotion pur Cynthia Nickschas & Friends im Göttinger Apex

Am Vorabend stand sie noch vor 2500 Leuten in der Kölner Philharmonie mit Konstantin Wecker auf der Bühne. Die Sängerin und Gitarristin Cynthia Nickschas hat ihre musikalischen Wurzeln in der Straßenmusik. Über einen befreundeten Musiker ist sie beim Label von Konstantin Wecker gelandet. Dort hat sie auch ihr erstes Album „Kopfregal“ produziert.

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Cynthia Nickschas

Quelle: Vetter

Göttingen. In der deutschsprachigen Liedermacherszene bewegt sich in letzter Zeit textlich vieles an der Grenze zu inhaltlicher Bedeutungslosigkeit. Umso erfrischender der Auftritt von Nickschas und Freunden im Apex. Mit „Musik“ geht es los, ein Lied, in dem sie „erklärt, warum ich das so gerne mache“. Euphorischer Applaus schon nach diesem Stück. Von einer „Reise ins Blau“ ist sie von La Gomera mit viel „Gedankensalat“ zurückgekehrt. Dieser ist Grundlage für all ihre Stücke und liegt wohlsortiert im ihrem „Kopfregal“.

Nickschas lebt ihre Texte, die oft reflektiv und auch mal anklagend sind, wenn sie über kleine und große Missstände in der heutigen Welt singt. Ihre Stimme klingt mal sanft, dann laut und rau und ist Emotion pur. Die Band mit Stefan „Doc“ Janzik an der akustischen Gitarre, Christoph Wegener am E-Bass und Mario Hühn am Cajon legt ein entspannt groovendes Fundament. Janzik glänzt immer mal wieder mit feinen solistischen Einlagen. „Verdummt genug“ glänzt mit einem Flamencointro und ist ein Plädoyer gegen die Verdummung durch PC-Spiele. „Positiv denken“ ist Leitmotiv und Titel eines Stückes zugleich. Angeregt wurde Nickschas dazu durch Dieter Hildebrandt: „Ich bin ein Pessimist, der sich mit Gewalt in den Optimismus stürzt“. Letzteren strahlt die sympathische Künstlerin in Fülle aus. Zum Ende des fast zweistündigen Konzertes ruft Nickschas ihren Vater auf die Bühne, der es kaum erwarten kann, seinen Beitrag auf der Mundharmonika zu leisten. Das Publikum zeigt eine Begeisterung, wie sie das Apex wohl selten erlebt hat. „Unbedingt wiederkommen“ ist ein Aufruf, dem man nur zustimmen kann. Im Oktober geht Nickschas erst mal für ein Jahr mit Konstantin Wecker auf Tour. Er hat sie in seine Band berufen.

Von Jörg Linnhoff

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