Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
DaDance bringt Musik und Tanz zusammen

Kurioser Abend im Göttinger Apex DaDance bringt Musik und Tanz zusammen

Sechs Füße baumeln über dem Bühnenrand im Göttinger Apex. Zu ihnen gehören die Tänzer Thomas Wetzorke, Bettina Löns und Frauke Burchards. Sie liegen übereinander und wollen Grenzen ausloten, für manche auch Grenzen des guten Geschmacks. Nach der Pause kommen nicht alle Zuschauer wieder.

Voriger Artikel
Mit schlechtem Gewissen zwar, aber ohne Schuldgefühl
Nächster Artikel
Barlach und Kollwitz

Renommierter Gast: Pinguin Moschner.

Quelle: Pförtner

Das Programm von DaDance ist mutig und fordert eine gehörige Portion Offenheit für das Geschehen auf der Bühne. Dort spielen der Gast des Abends, Pinguin Moschner (Tuba), Peter Krug (Kontrabass) und in der zweiten Hälfte Ray Kaczynski (Schlagzeug). Susanne Wieneke singt.

Die Reihe DaDance wurde Ende 2008 von Krug und Wieneke ins Leben gerufen. „Wir improvisieren, das heißt, wir begegnen uns,“ sagt Wieneke zu Beginn: „Die einzige Absprache ist, dass wir nichts absprechen.“ Spontan ist das Programm und gelacht wird viel, aus Spaß, aber wohl auch aus Unverständnis.

Moschner hantiert mit einem Eimer über der Tuba und experimentiert mit Klang. Dann lacht er in das Instrument hinein oder macht plätschernde Geräusche. Was Wieneke zumeist in einer Fantasiesprache von sich gibt, reicht von Röhren bis zu didgeridooähnlichen Klängen. Die Musik spiegelt sich im ausdrucksstarken Gesicht von Wetzorke wider, der zu Beginn allein tanzt, mal butohähnlich oder marionettenhaft, mal auf allen Vieren. Seine Performance ist schweißtreibend, aber nicht unbedingt schön.

Im zweiten Teil geht es mit drei Tänzern noch rasanter und chaotischer zu. Man zieht sich an, stößt sich ab, gibt Geräusche von sich. Dann stehen sie als Presslufthammer auf der Bühne. Nicht nur das Publikum ist erheitert, auch auf den Gesichtern der Musiker macht sich ein Grinsen breit. Man fühlt sich an Kinder erinnert, die unbeobachtet spielen. Besonders Wetzorkes gockelartiges Gebaren lässt Schmunzeln. Am Ende bleibt dann aber doch die Erleichterung, dass es vorbei ist und die Frage, ob die Komik dieses Auftritts vielleicht unfreiwillig war.

Von Marie Varela

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier bloggen wir zu den Göttinger Händel-Festspielen 2017 – berichten von Vorbereitungen, besuchen Opernproben und werfen einen Blick hinter die Kulissen. mehr

Fotografie-Ausstellung „In saeculo lux“ in der Galerie Ahlers