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Das Akustik-Duo mond.line auf der Kulturbühne im Apex

Auf der Suche nach der Mehrzahl von Himmel Das Akustik-Duo mond.line auf der Kulturbühne im Apex

Hinter dem ungewöhnlichen Namen mond.line steckt das neu gegründete Akustik-Duo mit der deutschen Jazzsängerin Petra Straue und dem US-amerikanischen Gitarristen Zane Charron. Im Apex haben sie sich mit ihrer gleichnamigen neuen CD auf die Suche nach der „Mehrzahl von Himmel“ begeben.

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Gemischtes Duo: die deutsche Sängerin Petra Straue und der US-amerikanische Gitarrist Zane Charron.

Quelle: Linnhoff

Göttingen. In ihrem Namen verbirgt sich die Zweisprachigkeit ihrer Herkunft. Sinnliche Popsongs mit zeitgenössischen deutschen Texten und Coverversionen zu rhythmischem Gitarrenspiel und eindrucksvollem Gesang versprechen sie in ihren Vorankündigungen. "Mal melancholisch, mysteriös, aber auch charmant, unterhaltsam und erfrischend" soll ihre Darbietung im Konzert zu einem musikalisch-kosmischen Höhenflug ansetzen.

Ganz irdisch durch unzählige Staus seien sie von Stuttgart angereist. Und so singen sie im ersten Lied „Der Süden hat dich allzu kalt erwischt ...“, um dann zweistimmig in einer „Neuen Dimension“ zu landen. Mondlastige Songs wollen sie präsentieren wie den Titelsong aus ihrer gerade frisch aus dem Presswerk gekommenen CD. „Atemlos, tatenlos“ hat Straue zur gleichen Zeit komponiert, als plötzlich Helene Fischer mit einem fast gleichnamigen Song deutsche Schlagergeschichte schrieb. „Schöne Worte“ ist allen Plaudertaschen gewidmet.

Aus der Schwierigkeit heraus, mit einem Nichtmuttersprachler deutsche Texte zu schreiben, entstand „Dies verminderte Herz“. Von ihren Erfahrungen beim Unterrichten und der dabei notwendigen Disziplin beim Üben handelt mit erhobenem Zeigefinger  „Engelskreis Reggae“. Und um Neuanfänge, Veränderungen und Lebensphasen geht es in „Schnell vergessen“.

Doch die deutschen Texte wollen nicht so richtig zünden, erscheinen oft zu pathetisch, es fehlt ihnen an Tiefe und Pepp. Auch harmonieren sie mit Straues aus dem Jazz kommender Stimme nicht wirklich.

Dies ist dann eher bei zahlreichen namhaften Coverversionen wie "Superstition", "I shot the sheriff", "Ain´t no sunshine" oder „Time after time“ der Fall. Hier fühlen sich Straue und ihr Partner sichtlich wohler. Sie spielen mehr mit ihren stimmlichen Möglichkeiten und setzen reizvolle Akzente. Charron brilliert ein ums andere Mal mit seinem virtuosen Gitarrenspiel. Von einem, „der in der deutschen Szene nicht fehlen darf“ gibt es dann mit „Hinterm Horizont“ noch ein weiteres Cover. Ihre Version wirkt jedoch ohne den Pathos und die Weite des Originals von Udo Lindenberg eher farblos. Mit dem Blues „Rieche diese Stadt“ über den ganz eigenen Geruch von Städten nehmen sie das Publikum dann doch noch mal mit. Etwas zu wenig, um wirklich zu begeistern.

Von Jörg Linnhoff

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