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Das Außergewöhnliche im Gewöhnlichen entdecken

Göttinger Literaturpreise im Alten Rathaus Das Außergewöhnliche im Gewöhnlichen entdecken

Mit 5000 Euro ist er dotiert und wurde nun zum 21. Mal verliehen: Mit dem Samuel - Bogumił - Linde – Literaturpreis wurden am Sonntag im Alten Rathaus der Schriftsteller und Literaturkritiker Kazimierz Brakoniecki und der Lyriker und Schriftsteller Jan Wagner (Preis der Leipziger Buchmesse) ausgezeichnet.

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Jan Wagner (vorne) trägt sich nach Kazimierz Brakoniecki (2. v. links) ins Buch der Stadt Göttingen ein.

Quelle: Heller

Göttingen. Der Preis wurde von den Partnerstädten Thorn und Göttingen gestiftet und in einer festlichen Zeremonie verliehen. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bezeichnete den Linde-Literaturpreis als „besonderen Höhepunkt der partnerschaftlichen Aktivitäten“ der beiden Städte und attestierte den von der Jury ausgewählten Schriftstellern ein Schreiben im Sinne humanistischer Werte und Ideale, die es gerade in Zeiten der Flüchtlingkrise immer wieder anzustreben gelte. Große Worte fand auch der Präsident der Stadt Torun Michal Zaleski, der Jan Wagner aufgrund seines Ausspruches, der Künstler habe die Aufgabe das Außergewöhnliche im Gewöhnlichen zu entdecken, bescheinigte, dass der kopernikanische Geist in seinem Werk zu finden sei. Wie eng die Verbindung zwischen Autor und Übersetzer sein kann, zeigte sich in der Laudatio Winfrid Lipschers, der Brakonieckis Lyrik und Prosa „europäisch, grenzüberschreitend und versöhnend“ nannte und nicht zuletzt in der darauf folgenden herzlichen Umarmung. Sein geäußerter Wunsch, dass Politiker öfter Lyrik wie die Brakonieckis lesen sollten, da sie auch unbequeme Themen angehe, fand Anklang beim anwesenden deutsch-polnischen Publikum. Schon häufig hat Heinrich Detering lobende Worte für seinen Freund Jan Wagner gefunden, so auch am Sonntag. Das Ich in seinen Texten bleibe ungewiss und verborgen, zeige sich oft in seltenen Tieren wie der Rohrdommel oder dem Grottenolm. Durch seine Gedichte sehe und erfahre man die Welt wieder neu. Wagner selbst habe den Lyriker als einen Sammler beschrieben, der die Klüfte zwischen den Kulturen bewohnbar mache. Wenn das gelingt, ist eine schöpferische Verständigung über die Landesgrenzen hinaus möglich und das Ziel dieses Preises erreicht. Der Linde-Preis wird seit 1996 verliehen. Bedeutende Schriftsteller von Sarah Kirsch bis Wilhelm Genazino wurden bereits ausgezeichnet.

Der Gelehrte

Samuel Bogumił Linde: – geboren am 20. April 1771 in Thorn, gestorben am 8. August 1847 in Warschau – war ein Pädagoge, Sprachwissenschaftler und Bibliothekar, der insbesondere für seine Beiträge zur Lexikografie des Polnischen bekannt wurde. Er war Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften.

Von Marie Varela

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